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"futureTEX" - Ein Zukunftsmodell für Traditionsbranchen in der vierten industriellen Revolution

Bei der Cotesa GmbH Mittweida entstehen Leichtbau-Komponenten, die in Airbus-Maschinen mitfliegen oder in Luxusautos mitfahren. Diese Produkte verbindet man nicht unbedingt mit der Textilindustrie. Doch die Fäden in diese Branche sind eng geknüpft. „Wir setzen für unsere Hochleistungsbauteile aus Faserverbundwerkstoffen auf textilen Vorprodukten auf. Hier dominieren gegenwärtig standardisierte Materialien. Wir sind jedoch an Lösungen interessiert, die bereits auf das Endprodukt zugeschnitten sind, damit weniger Abfälle verursachen und in die man auch neue Funktionen hineinkonstruieren kann“, beschreibt Geschäftsführer Dr. Udo Berthold die Verbindung zum Textil. Deshalb gehört das Unternehmen zu den Partnern von futureTEX.


Mit diesem Projekt will sich die Textilindustrie von Sachsen aus neu ausrichten und ein Zukunftsmodell für Traditionsbranchen in der vierten industriellen Revolution schaffen. Das Sächsische Textilforschungsinstitut (STFI) Chemnitz hatte diese Idee für das Programm „Zwanzig20 – Partnerschaft für Innovation“ des Bundesforschungsministeriums eingereicht und wurde damit zu einem Gewinner. Rund 180 wissenschaftliche Einrichtungen, Unternehmen und Verbände aus ganz Deutschland arbeiten unter Führung des STFI an den Bausteinen dieses Modells. In der sächsischen Textilwirtschaft als einer der ältesten Branchen im Freistaat sollen sie mit Partnern aus Maschinenbau, Textiltechnik, Elektronik, Informatik und Betriebswirtschaftslehre entwickelt und umgesetzt werden.


Dabei geht es weniger um Bekleidung oder Heimtextilien. „Wir wollen Technische Textilien effizient fertigen, die jedoch in der Regel nicht in Massenproduktion hergestellt werden. Diese Fertigung ist meist nach Fernost abgewandert. Unser Ziel heißt, durch innovative Ideen neue Produkte an den Markt zu bringen, um den ansässigen Unternehmen Umsatzchancen und Marktpotenziale zu sichern“, erklärt Andreas Berthel, Geschäftsführender Direktor des STFI.



Wohin die Reise geht, wird an den Projekten am Institut deutlich. Hier erhalten zum Beispiel teure Carbonfaser-Abfälle ein zweites Leben. Der Innovations- und Marktführer in der Vliesstoff-Forschung hat ein einzigartiges Recyclingverfahren entwickelt und erste Prototypen wie Batterieabdeckungen daraus hergestellt. Weitere Anwendungen Technischer Textilien finden sich im Garten- und Landschaftsbau sowie bei der Renaturierung von Böschungen und Bergbaufolgelandschaften. Die Integration von Lichtleitfasern und Sensortechnik in textile Gebilde schafft ganz neue Möglichkeiten, Gefahrensituationen frühzeitig zu erkennen und Frühwarnsystemen vor allem im Brückenbau, beim Bau von Bahndämmen und beim Hochwasserschutz zu entwickeln. Gleiches gilt für den Bereich der Gesundheit. Hier unterstützt ein Reizstrombody bereits die Behandlung von Patienten. Zukünftig wird das intelligente Pflaster Informationen an den Arzt senden, auf die er schnell mit einer wirkungsvollen Therapie reagieren kann. Sensorik in Gardinen, Teppichen, Tapeten oder Möbel wird Alarm schlagen, wenn älteren oder allein lebenden Menschen etwas passiert.


Für diese neuen und zum Teil sehr individuellen Produkte werden ebenfalls ganz neue Produktionsprozesse entwickelt. Dabei wird die physische Arbeitswelt eng mit den modernen Informations- und Kommunikationstechnologien verknüpft, um bereits Produkte ab Stückzahl eins wirtschaftlich zu fertigen. Damit einher geht eine Umgestaltung der Arbeitsprozesse gemäß den Prämissen von Industrie 4.0. Sachsens Textilindustrie ist dafür mit futureTEX auf einem guten Weg.

Weiterführende Links
Die Entwicklung textiler Zukunftsprodukte mit qualitativ neuen Funktionen und Anwendungsfeldern im Bereich der technischen Textilien (im Bild: Leuchttextil) bildet einen Schwerpunkt im Rahmen des FuE-Projektes "futureTEX". (Quelle: Sächsisches Textilforschungsinstitut e.V. (STFI))

Die Entwicklung textiler Zukunftsprodukte mit qualitativ neuen Funktionen und Anwendungsfeldern im Bereich der technischen Textilien (im Bild: Leuchttextil) bildet einen Schwerpunkt im Rahmen des FuE-Projektes "futureTEX". (Quelle: Sächsisches Textilforschungsinstitut e.V. (STFI))

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