Bioökonomie - Für eine nachhaltige Wirtschaft

Lederalternativen aus Apfelresten, Dämmstoffe aus Hanf oder Tiernahrung aus Insekten. Die Produkte der Bioökonomie sind innovativ, nachhaltig und verfolgen oftmals sehr kreative Ansätze. Branchenübergreifend arbeiten zahlreiche Akteure in Sachsen an Lösungen für eine nachhaltige Wirtschaftsweise.

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Infomodul

Fakten zur Bioökonomie in Sachsen

  • 18.000

    Unternehmen
  • 177.000

    Beschäftigte
  • 9.000 / 13.000

    Auszubildende / Studierende
  • 99

    Forschungsinstitute
Karte: Potenzialbranchen der Bioökonomie in Sachsen (Quelle: OpenStreetMap contributors / DBFZ)

Ökosystem Bioökonomie in Sachsen

Sachsen als Wirtschaftsstandort kann mithilfe der biobasierten Wirtschaft weiter ausgebaut und zukunftsfähiger gemacht werden. Durch eine effiziente Verknüpfung von Erzeugung und Verarbeitung von Rohstoffen, die Entwicklung / Erprobung neuer Technologien sowie neue Geschäftsmodelle können sich die sächsischen Regionen zu starken Bioökonomie-Clustern entwickeln.

 

Akteure

Forschung

In Sachsen arbeiten rund 100 Forschungseinrichtungen und Institute, die vollständig oder anteilig zu Themen der Bioökonomie forschen. Zentral für die Bioökonomie sind dabei Grundlangen- und anwendungsorientierte Forschung in den Lebens- und Technikwissenschaften. Außerdem sind die Wirtschafts-, Sozial-, Politik- und Rechtswissenschaften wichtige Säulen zur ganzheitlichen Betrachtung.

 

Im 2008 gegründeten Deutschen Biomasseforschungszentrum (DBFZ) werden praxisnahe Lösungen entlang der Wertschöpfungsketten und -kreisläufe von Biomasse erarbeitet. Durch die angewandte Forschung und Entwicklung (F&E) von Technologien der energetischen und integrierten stofflichen Nutzung von Biomasse leistet das DBFZ einen Beitrag zur Realisierung der klimaneutralen Gesellschaft.

 

Deutschen Biomasseforschungszentrum (DBFZ)

 

Der Schwerpunkt der Arbeiten am Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung GmbH (UFZ) in Leipzig liegt in der Erforschung von Transformationsprozessen des gesamten Wirtschaftssystems. Die Bioökonomie-Forschung am UFZ befasst sich mit innovativen (bio)technologischen Verfahren, die die Herstellung von Energieträgern und Wertstoffen aus Sonnenlicht und CO2, Strom und bisher nur gering genutzten Rest- oder Abfallstoffen (Cellulose, Lignocellulose, Nebenprodukte chemischer und biotechnischer Synthese) zum Ziel haben.

 

Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung GmbH (UFZ)

 

Das Zentrum für Integrierte Naturstofftechnik (ZINT) ist ein Zusammenschluss von Professuren der Technischen Universität Dresden, die sich mit der Gewinnung und der Verarbeitung von biologischen Rohstoffen auseinandersetzen. Erkenntnisse, Methoden und Verfahren auf den Arbeitsgebieten der chemisch-biologischen Stoffumwandlung einschließlich Nebenprodukt-, Abfall und Energieminimierung und die stoffliche Wiederverwertung und Verwertung werden mit dem technischen Stand von traditionellen Industriebranchen, die Naturstoffe nutzen und verarbeiten, verknüpft.

 

Zentrum für Integrierte Naturstofftechnik (ZINT), TU Dresden

 

Das Deutsche Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv) ist ein Forschungszentrum der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) mit Hauptstandorten in Halle, Jena und Leipzig. Forscher aus 40 Nationen erarbeiten hier die wissenschaftliche Grundlage für den nachhaltigen Umgang mit der Biodiversität unseres Planeten.

 

Deutsches Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv)

 

Das Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) strebt nach neuen Erkenntnissen, um unsere Lebensgrundlagen zu erhalten und zu verbessern. Dafür wird am HZDR in Dresden und weiteren Standorten Forschung in den Bereichen Energie, Gesundheit und Materie betrieben.

 

Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR)

 

Das Fraunhofer-Institut für Verfahrenstechnik und Verpackung IVV ist führend in der angewandten Forschung für die gesicherte Versorgung mit hochwertigen Lebensmitteln und für nachhaltige Verpackungssysteme. Am Standort in Dresden entwickelt das Fraunhofer IVV effiziente Verarbeitungs- und Reinigungsprozesse. Produktsicherheit und Prozesseffizienz sind dabei die wichtigsten Aspekte in den Entwicklungen für Verarbeitungsanlagen.

 

Fraunhofer-Institut für Verfahrenstechnik und Verpackung IVV, Standort Dresden
Akteure

Netzwerke

Zahlreiche Branchen- und Technologiecluster sorgen in Sachsen für den - auch für die Bioökonomie - so entscheidenden sektorübergreifenden Austausch zu Innovationen. Hier sind nur einige benannt, die einen besonderen Fokus auf verschiedene Aspekte der Bioökonomie legen.

Politik: Zukunftsmission Bioökonomie

Das große Potenzial von Bioökonomie, Biotechnologie und Biopharma für den Standort Sachsen attestiert ein 2021 veröffentlichter Ausblick des Sächsischen Innovationsbeirates.

Sachsens Landesregierung integriert die Bioökonomie in die Fortschreibung ihrer Innovationsstrategie von 2020. Verortet im Zukunftsfeld „Umwelt” stuft man sie als übergreifenden Ansatz ein, mit dem man einen nachhaltigen Beitrag in den Bereichen Kreislaufwirtschaft, Land- und Forstwirtschaft, Rohstoffwirtschaft und Energie leisten kann. Besonders hohes Innovationspotenzial schreibt man biobasierten Verfahren in der effizienten Nutzung biogener Abfallstoffe zu. Die Phosphorrückgewinnung aus Abwasser dient als Beispiel. 

Als eine von zehn Zukunftsmissionen ist die Bioökonomie zudem Bestandteil des Reports "Mission Sachsen 2038", die 2021 vom landeseigenen Innovationsbeirat veröffentlicht wurde. Unter „Bioökonomie, Biotech und Biopharma” spricht sich das Expertengremium dafür aus, einen Fokus auf Biomedizin zu setzen, um eine Vorreiterrolle in der nachhaltigen Pharmaentwicklung einzunehmen. Herausgeber ist die Sächsische Staatskanzlei.  

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Förderung für Bioökonomie

Die sächsische Landesregierung unterstützt die Bioökonomie in unterschiedlichen Kontexten. Mit dem Projekt "Transferwerkstätten – Innovationspotenziale der Bioökonomie in Sachsen" will der Freistaat etwa den Transfer bioökonomischer Innovationen von der Wissenschaft in die Wirtschaft, vor allem KMU, fördern. Zudem engagiert sich der Freistaat auf globaler Ebene. Im Rahmen des Netzwerkes ERA CoBioTech fördert man gemeinsam mit 21 Organisationen aus 18 Ländern transnationale Verbundprojekte zum Thema „Biotechnology for a sustainable bioeconomy“. Ziel von CoBioTech ist es unter anderem, die globale Position Europas im Biotechnologie-Bereich zu stärken.

Um biobasierte Verfahren und Produkte zu entwickeln, erhalten Sachsens Bioökonomie-Akteure außerdem Unterstützung vom Bundesministerium Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR). Ein Beispiel dafür ist der Zuschlag für den Aufbau eines Großforschungszentrums in Delitzsch – dem Center for the Transformation of Chemistry – mit dem Ziel, eine nachhaltige Kreislaufwirtschaft chemischer Erzeugnisse auf Basis nachwachsender Rohstoffe einzurichten.

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