Dresden: Seamless schließt 1,12-Mrd.-USD-FuE-Kooperation mit Lilly zu genetischem Hörverlust ab
Die Zusammenarbeit wird einen Ansatz zur Genbearbeitung der nächsten Generation vorantreiben, indem sie das Know-how von Seamless bei der Entwicklung hochpräziser und effizienter Rekombinasen mit der umfassenden Entwicklungskompetenz von Lilly im Bereich genetischer Hörstörungen kombiniert.
Die Unternehmen werden die Rekombinase-Technologie von Seamless nutzen, um Therapeutika für bestimmte Indikationen von Hörverlust zu entwickeln.
Die Technologie des Unternehmens ermöglicht große, präzise DNA-Insertionen in beliebige Zielgensequenzen und funktioniert unabhängig vom natürlichen DNA-Reparaturweg der Zelle. Im Rahmen der Vereinbarung wird Seamless ortsspezifische Rekombinasen entwickeln und programmieren, die Mutationen in bestimmten Genen korrigieren sollen, die mit Hörverlust in Zusammenhang stehen. Lilly erhält eine exklusive Lizenz für die programmierten Rekombinasen, um die präklinische und klinische Arzneimittelentwicklung sowie die Vermarktung voranzutreiben.
„Lilly engagiert sich für die Weiterentwicklung neuartiger Behandlungsansätze für genetische Erkrankungen und teilt unsere Vision, Patienten, denen derzeit nur begrenzte Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung stehen, genetische Medikamente zugänglich zu machen. Diese Zusammenarbeit ist eine Bestätigung für unsere Gen-Editierungsplattform und ihr breites Potenzial zur Modifizierung von Krankheiten“, sagte Dr. Albert Seymour, Chief Executive Officer von Seamless Therapeutics. „Wir freuen uns darauf, gemeinsam mit unseren Partnern bei Lilly an unserem gemeinsamen Ziel zu arbeiten, die Behandlungsergebnisse für Patienten mit genetisch bedingtem Hörverlust zu verbessern. Es ist eine spannende Gelegenheit, unsere Technologie einzusetzen, um Patienten mit Hörverlust Behandlungsmöglichkeiten zu bieten und das therapeutische Potenzial programmierbarer Rekombinasen durch unsere firmeneigene Pipeline weiter auszubauen.“
Im Rahmen der Vereinbarung erhält Seamless eine garantierte Vorauszahlung und zugesagte Forschungs- und Entwicklungsmittel. Insgesamt hat Seamless Anspruch auf über 1,12 Milliarden US-Dollar, einschließlich potenzieller Meilensteinzahlungen für Entwicklung und Vermarktung, ohne gestaffelte Lizenzgebühren für erfolgreich vermarktete Medikamente. Weitere Details der Vereinbarung wurden nicht bekannt gegeben.
Seamless “übersetzt” bedeutende Durchbrüche in der Programmierung von Rekombinasen, einer Klasse von Enzymen, die seit Jahrzehnten in der wissenschaftlichen Forschung weit verbreitet sind, und transformiert deren Genauigkeit und Flexibilität, um therapeutische Genbearbeitung zu ermöglichen. Die einzigartige Technologieplattform des Unternehmens ermöglicht ortsspezifische programmierbare Rekombinasen, die auf Spezifität und Aktivität ausgelegt sind, um DNA-Fragmente präzise in jede beliebige Zielgensequenz im Genom einzufügen, auszutauschen, umzukehren oder herauszuschneiden. Durch die Weiterentwicklung der neuartigen programmierbaren Rekombinasen von Seamless eröffnet diese Vereinbarung das Potenzial für den Einsatz der Technologie zur Behandlung eines hohen ungedeckten Bedarfs bei genetisch bedingtem Hörverlust.
- Über Seamless Therapeutics
Seamless Therapeutics ging als Start-up aus der Technischen Universität Dresden hervor und verfügt heute auch über eine Niederlassung in den USA. Die wissenschaftlichen Grundlagen wurden in der akademischen Forschung gelegt, insbesondere durch Arbeiten von Prof. Dr. Frank Buchholz und Dr. Felix Lansing an der TU Dresden. Seamless Therapeutics verändert das Paradigma der Genbearbeitung durch einen bahnbrechenden Ansatz, der das Potenzial hat, ungedeckte medizinische Bedürfnisse von Patienten mit schweren Erkrankungen zu erfüllen. Die Technologieplattform ermöglicht die Programmierung von Rekombinasen, einer äußerst vielseitigen Klasse von Enzymen. Seamless Therapeutics wendet das firmeneigene Know-how an, um eine Pipeline von krankheitsmodifizierenden Produktkandidaten für ein breites Spektrum von Indikationen zu entwickeln und so das therapeutische Potenzial der Genbearbeitung zu erweitern.