Smarte Mikroelektronik für die Medizin: Dresdner Zukunftscluster SEMECO wird weiter gefördert

Der Zukunftscluster SEMECO (Secure Medical Microsystems and Communications) wird für weitere drei Jahre mit bis zu 15 Millionen Euro im Rahmen der Clusters4Future-Initiative des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) gefördert.

Roboterhand hält Doppelhelix - KI-generiertes Bild zu KI in der Biomedizin
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Aufbauend auf den Erfolgen der ersten Förderphase richtet SEMECO seinen Fokus auf das Konzept des medizinischen Halbleiters als Schlüsseltechnologie.

Medizinische Halbleiter sind spezialisierte, herstellerübergreifend einsetzbare Mikrosysteme, die Sensorik, Datenverarbeitung, Kommunikation und Sicherheit gezielt auf die besonderen Anforderungen der Medizintechnik ausrichten. Darauf aufbauend verfolgt SEMECO einen plattformbasierten, modularen Ansatz, bei dem medizinische Halbleiter-, Elektronik- und Softwarekomponenten funktional getrennt entwickelt, sicher zusammengeführt und schrittweise weiterentwickelt werden. KI-gestützte Methoden zur Unterstützung von Zertifizierung und Zulassung tragen dazu bei, den Transfer in die Praxis zu beschleunigen. Konkrete Anwendungsbeispiele sind sicher vernetzte, modulare Medizinprodukte, tragbare Ultraschallgeräte und medizinische Sensoren sowie smarte Kommunikationsimplantate für Menschen mit eingeschränktem Hör- und Sprachvermögen.

  • Enge Verzahnung von Medizin, Technik und Industrie

„In der ersten Förderphase konnte SEMECO zeigen, dass die enge Verzahnung von modernen Halbleiter- und sicheren Kommunikationstechnologien neue Anwendungen in der Medizintechnik ermöglicht. Die Förderzusage ist für uns ein starkes Signal, den eingeschlagenen Weg konsequent weiterzugehen. In der zweiten Umsetzungsphase schärfen wir unseren Plattformansatz und bringen medizinische Halbleiter systematisch in Richtung Anwendung, Standardisierung und Markt“, sagen die Clustersprecher Prof. Gerhard Fettweis (Inhaber des Vodafone-Lehrstuhls Mobile Communications Systems der TU Dresden) und Prof. Jochen Hampe (Direktor der Medizinischen Klinik und Poliklinik 1 und wissenschaftlicher Sprecher des Else Kröner-Fresenius Zentrums für Digitale Gesundheit).

Gemeinsam verfolgen die SEMECO-Clusterpartner das ehrgeizige Ziel lange Entwicklungs- und Zulassungsprozesse, komplexe Einzellösungen und starr aufgebaute Gerätesysteme durch modulare Ansätze für Elektronikplattformen effizienter zu gestalten und somit die Weiterentwicklung, Skalierung und regulatorische Bewertung deutlich zu erleichtern.

„SEMECO verbindet medizinische Fragestellungen unmittelbar mit technologischer Spitzenforschung. Eine frühzeitige interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Experten der Medizin und Technik mit Industriepartnern schafft die Voraussetzung, Innovationen am tatsächlichen klinischen Bedarf auszurichten und zügig in marktfähige Lösungen zu überführen“, so Prof. Esther Troost, Dekanin der Medizinischen Fakultät Carl Gustav Carus an der TU Dresden. „Das ist ein herausragendes Beispiel für die Interaktion der Medizinischen Fakultät mit den technischen Fachrichtungen der TU Dresden“.

  • Ein starkes Signal für die Region Silicon Saxony und den Forschungsstandort Dresden

Die Region “Silicon Saxony” zählt zu den führenden Mikroelektronik-Standorten Europas und vereint exzellente Forschung, Zulieferer und industrielle Produktion entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Dieses Umfeld ermöglicht es SEMECO, integrierte Chip- und Plattformlösungen für die Medizintechnik zu entwickeln und regulatorische Anforderungen von Anfang an mitzudenken. Der Cluster erschließt neue Anwendungsfelder für die am Standort angesiedelte Halbleiterindustrie und treibt den Transfer von Forschungsergebnissen in industrielle und medizinische Anwendungen gezielt voran. SEMECO vereint renommierte Industriepartner und technologiegetriebene Start-ups und wirkt als verbindendes Element im Mikroelektronik-Ökosystem der Region. Durch die aktive Mitgestaltung der strategischen Zusammenarbeit mit Silicon Saxony e. V., dem größten Hightech-Netzwerk der Region, festigt SEMECO seine Rolle als zentraler Akteur der regionalen Innovationslandschaft. Der Freistaat Sachsen unterstützt den Ausbau der Halbleiterindustrie am Standort Dresden seit Jahren strategisch und sieht in SEMECO einen wichtigen Baustein für neue, zukunftsrelevante Anwendungen.

  • Über die Zukunftscluster-Initiative

Mit der Clusters4Future-Initiative fördert das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) exzellente, vorrangig regionale Innovationsökosysteme. SEMECO (Secure Medical Microsystems and Communications) ist einer von insgesamt 14 geförderten Zukunftsclustern. Die zweite von bis zu drei möglichen Umsetzungsphasen startet im Mai 2026. Insgesamt kann SEMECO über eine Laufzeit von bis zu neun Jahren mit bis zu 45 Millionen Euro gefördert werden.