Studie zeigt Handlungsbedarf und Chancen für klimaneutrale Wertschöpfung in Sachsen

Der jetzt veröffentlichte Abschlussbericht der Studie "Dekarbonsierungsoptionen für die sächsische Wirtschaft" liefert erstmals eine umfassende Analyse, wie Unternehmen und Handwerksbetriebe auf ihrem Weg zur Dekarbonisierung konkret unterstützt werden können.

Visualisierung veröffentlichte Studie zur Dekarbonisierung
Quelle SAENA, SMWA

Die Transformation hin zu einer treibhausgasneutralen Wirtschaftsweise stellt die sächsische Wirtschaft vor enorme Herausforderungen. Steigende Energiepreise, geopolitische Unsicherheiten sowie aktuelle Insolvenzen und Standortschließungen verschärfen den Druck insbesondere auf mittelständisch geprägte Industriezweige.

Vor diesem Hintergrund wurde die Sächsische Energieagentur – SAENA GmbH vom sächsischen Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Klimaschutz (SMWA) beauftragt, den Stand der Dekarbonisierung in ausgewählten Branchen zu untersuchen.

In einer vorausgehenden Bestandsaufnahme zur Transformation der sächsischen Wirtschaft im Energiebereich wurden zunächst Unternehmen, Verbände und Kammern befragt. Viele Unternehmen sind bereits große Schritte hin zur eine CO2-freien Produktion gegangen. Die vorausliegende Wegstrecke hin zur Klimaneutralität ist jedoch noch beträchtlich. Die Unternehmen wünschen sich vor allem Unterstützung durch die versorgungssichere Zurverfügungstellung CO2-freier Energieträger zu vertretbaren Kosten, regionale Lösungen für den Netzausbau sowie Verbesserung der finanziellen Randbedingungen über Zielvorgaben mit größeren Freiheitsgraden für Investitionsentscheidungen.

In der vertiefenden wissenschaftlichen Studie der Forschungsstelle für Energiewirtschaft e. V. (München) wurden 19 ausgewählte Wirtschaftszweige sowie das Handwerk hinsichtlich ihrer technischen Reife und der wirtschaftlichen Auswirkungen marktreifer Dekarbonisierungs-Technologien analysiert. Zudem betrachtet die Studie die Voraussetzungen in der Energieinfrastruktur – von Strom- und Gasverteilnetzen bis hin zur Erzeugung CO₂-freier Energieträger. Ziel ist es, realistische Bedingungen für eine zuverlässige und wettbewerbsfähige Versorgung sicherzustellen.

Zentrales Ergebnis der Untersuchung sind 13 branchenspezifische Steckbriefe, die gemeinsam mit Kammern und Branchenverbänden erarbeitet wurden. Sie bieten praxisnahe Orientierung zu technologischen Optionen, Kostenentwicklungen und branchentypischen Anforderungen.

Mit dem Bericht erhalten Unternehmen, Handwerksbetriebe und Netzbetreiber eine fundierte Entscheidungsgrundlage für Transformationsprozesse. Die Studie schafft Transparenz, reduziert Unsicherheiten und unterstützt die Entwicklung individueller Strategien, betrieblicher Roadmaps sowie politischer Steuerungsansätze.

“Die Dekarbonisierung ist eine enorme Herausforderung, aber sie ist auch eine historische Chance für die sächsische Wirtschaft. Mit der Studie legen wir eine faktenbasierte Grundlage vor, die Unternehmen in einer Phase hoher Unsicherheit Orientierung gibt. Unser Ziel ist es, Praxis und Politik gleichermaßen zu befähigen, die Transformation aktiv zu gestalten und wirtschaftliche Stärke auch auf dem Weg zur Klimaneutralität zu sichern.” so Dr. Tilman Zimmermann-Werner, Geschäftsführer der Sächsischen Energieagentur - SAENA GmbH.

Der Abschluss- sowie Zwischenbericht der Studie ist in der Publikationsdatenbank des Freistaates Sachsen veröffentlicht und kann auch über den untenstehenden Link heruntergeladen werden. Es steht auch eine Kurzfassung des Abschlussberichtes zur Verfügung.

Das im Juni stattfindende Fachforum "Investitionen in CO₂-arme Technologien - Prozesswärme im Fokus" bringt Entscheider und Fachexperten aus dem produzierenden Gewerbe, der Politik und der Energieberatung zusammen.