Sachsen stärkt MINT-Bildung

Das Sächsische Staatsministerium für Kultus (SMK) und die Vereinigung der Sächsischen Wirtschaft e.V. (VSW) wollen die MINT-Bildung in Sachsens Schulen noch stärker fördern und unterzeichneten dazu eine Rahmen-Vereinbarung.

Kinder aus der Dresden International School (DIS)
Quelle DIS

Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik sind wesentliche Schlüssel, um unsere Welt zu verstehen. Der MINT-Bereich hat im sächsischen Schulsystem eine herausragende Bedeutung. In allen Schularten beträgt der Anteil dieser Fächer am Gesamtunterricht über 30 Prozent. Das erfolgreiche Absolvieren einer schriftlichen Abschlussprüfung ist notwendige Voraussetzung für den Erwerb des Realschulabschlusses und bundesweit ein sächsisches Alleinstellungsmerkmal.

Ziel der Vereinbarung zwischen SMK und VSW ist es, Schulen und Unternehmen besser miteinander zu vernetzen. Die Kooperation soll die Durchführung von gemeinsamen Projekten stärken und Schulen so in ihrer Bildungsarbeit unterstützen. So sollen Schüler praxisbezogene MINT-Angebote in Form von direkten Erfahrungen und “Aha”-Erlebnissen in ihrem Lebensumfeld wahrnehmen können, die über den klassischen MINT-Unterricht hinausgehen.

Zwischen SMK und VSW besteht bereits seit 1993 eine Zusammenarbeit im Rahmen von SCHULEWIRTSCHAFT Sachsen. Durch die Rahmenvereinbarung werden nun moderne Entwicklungen wie Künstliche Intelligenz, Robotik und Umweltbewusstsein bei der MINT-Bildung stärker in den Fokus gerückt. “MINT-machen”-Angebote sollen alters- und auch zielgruppenspezifisch konzipiert werden. Um Berührungsängste zu verkleinern, werden ihnen wirtschaftsseitige Vorbilder und Ansprechpartner zur Seite gestellt. Finanzielle Unterstützung erfährt das Vorhaben durch die Beisheim Stiftung sowie durch die Johann-Andreas-Schubert Stiftung.

Sachsens Kultusminister Conrad Clemens: “Begeisterung für MINT entsteht nicht durch das Auswendiglernen von Formeln, sondern wenn ein Kind zum ersten Mal einen Roboter programmiert oder versteht, wie Sonnenstrahlen Strom erzeugen. Wir wollen in Sachsen nicht warten bis die Berufsauswahl ansteht, sondern das Interesse für Technik und Naturwissenschaft bereits sehr frühzeitig in der Schule wecken. Wissen ist unsere wichtigste Ressource. Um heute schon die Fachkräfte von morgen für MINT zu begeistern, setzen wir auf eine enge Kooperation zwischen Schulen und regionalen Unternehmen.”

Sachsens Arbeitgeberpräsident Dr. Jörg Brückner: “Unser Wohlstand beruht auf der Arbeit in den Betrieben. Neben Einsatz braucht es Wissen und Können, um Produkte und Dienstleistungen in hoher Qualität zu schaffen. Eine Schlüsselrolle spielen dabei die MINT-Fächer. Sie sind das Fundament für Innovation, Wettbewerbsfähigkeit und die Sicherung unserer Zukunft. Eine deutlich stärkere MINT-Bildung ist deshalb nicht optional, sondern eine zentrale wirtschaftspolitische Notwendigkeit. Die Wirtschaft steht zu ihrer Verantwortung im Bereich der beruflichen Orientierung, damit junge Menschen ihre Talente entfalten und Betriebe die Fachkräfte von morgen gewinnen können. Dafür braucht es mehr Praxisbezug sowie eine enge Zusammenarbeit zwischen Schulen und Betrieben.”