TU Dresden: Neubau für Erforschung der Grundlagen des Lebens

Modernste Bedingungen für die Spitzenforschung von morgen: Der Wissenschaftsrat hat die Förderung eines Forschungsneubaus für die Technische Universität Dresden (TUD) empfohlen. Für das künftige Center for the Organization of Living Matter (COLM) stehen damit bis zu 77.2 Mio. Euro bereit.

Querschnitt des COLM-Forschungsneubaus mit Eingangshalle und Gebäudeverbinder. Bauherr ist der Staatsbetrieb Sächsisches Immobilien- und Baumanagement.
Quelle heinlewischer, Partnerschaft freier Architekten mbB

Um die physikalischen Grundlagen des Lebens zu verstehen, werden im COLM Forschende aus Physik, Chemie, Biologie, Mathematik, Medizin und Informatik interdisziplinär zusammenarbeiten. Dem Exzellenzcluster Physics of Life bietet der Neubau eine herausragende Forschungsinfrastruktur.

Neben einer offenen und auf den unmittelbaren Austausch angelegten Gebäudestruktur ermöglicht die Förderzusage die Anschaffung mehrerer Großgeräte, darunter ein 2-Photonen-Laserscanning-Mikroskop, mit dem die Forscherinnen und Forscher u. a. die physikalischen Eigenschaften von Zellen beobachten und verändern können, während diese Organe oder Tumore bilden.

Die Gesamtkosten des Bauvorhabens werden – vorbehaltlich der abschließenden Entscheidung der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz (GWK) – je zur Hälfte vom Bund und vom Freistaat Sachsen getragen. Der Bau soll von 2027 bis 2031 errichtet werden.

Innovatives Raumkonzept

Der Gebäudekomplex soll am TUD-Campus Tatzberg in Dresden-Johannstadt und damit in unmittelbarer Nachbarschaft zum Medizincampus entstehen. Im jetzt vom Wissenschaftsrat empfohlenen Gebäudeteil sind Arbeitsplätze für insgesamt 138 Personen auf 2.775 m² vorgesehen. Das Raumprogramm mit Open-Space-Laboren und -Büros folgt einem offenen Nutzungskonzept, um den wissenschaftlichen Austausch zu fördern. Die Forschungsflächen sollen funktionsorientiert, nicht personengebunden, vergeben werden.

Über das Exzellenzcluster Physik des Lebens (PoL)

Physics of Life (PoL) ist eines von fünf Exzellenzclustern an der TU Dresden. Ziel von PoL ist es, die physikalischen Gesetze zu identifizieren, die der Organisation des Lebens in Molekülen, Zellen und Geweben zugrunde liegen. In dem Cluster untersuchen Wissenschaftler aus Physik, Biologie und Informatik, wie sich aktive Materie in Zellen und Geweben zu bestimmten Strukturen organisiert und Leben entstehen lässt. PoL wird von der DFG im Rahmen der Exzellenzstrategie gefördert. Es ist eine Kooperation zwischen Wissenschaftlern der TU Dresden und Forschungseinrichtungen des DRESDEN-concept-Netzwerks, wie dem Max-Planck-Institut für molekulare Zellbiologie und Genetik (MPI-CBG), dem Max-Planck-Institut für Physik komplexer Systeme (MPI-PKS), dem Leibniz-Institut für Polymerforschung (IPF) und dem Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR). 

Angesichts der jüngsten Fortschritte und der zunehmenden Nutzung künstlicher Intelligenz in der Grundlagenforschung hat PoL einen neuen Forschungsschwerpunkt eingerichtet: Bio-Datenwissenschaft und physikalisch inspirierte KI. Dieser Forschungsschwerpunkt zielt darauf ab, neuartige rechnergestützte Ansätze zu entwickeln, darunter topologische Datenanalyse, datengesteuerte Modellierung und künstliche Intelligenz, um wesentliche Informationen aus komplexen und hochdimensionalen Datensätzen zu gewinnen.