Maßgeschneiderte Enzyme für Medikamente und Lebensmittel
Das Leipziger Unternehmen c-LEcta ist spezialisiert auf Entwicklung, Produktion und Vertrieb von Enzymprodukten – und schreibt damit seit über 20 Jahren eine Erfolgsgeschichte.
Enzyme sind wichtige Werkzeuge der Biotechnologie. Die komplexen Eiweißmoleküle besitzen außergewöhnliche Fähigkeiten, die für viele biobasierte Produktionsprozesse genutzt werden, unter anderem bei der Herstellung von Lebensmitteln, Medikamenten, Biokraftstoffen oder dem Abbau von Kunststoffen. Die Leipziger Firma c-LEcta entwickelt maßgeschneiderte Enzyme für Medikamente und Lebensmittel und schaffte damit den Sprung vom Start-up zum weltweit agierenden Biotech-Unternehmen.
Im Herbst 2025 konnte die c-LEcta GmbH, die seit 2022 zur irischen Kerry Gruppe gehört, einen weiteren Meilenstein ihrer Firmenentwicklung feiern: die Eröffnung des neuen Hauptquartiers auf dem Areal der Alten Messe in Leipzig. In dem neu errichteten Kerry Biotechnology Centre auf dem BioCity Campus arbeiten mehr als 130 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an der Entdeckung, Optimierung und Herstellung von Enzymprodukten. Geleitet wird das Biotechnologiezentrum von Dr. Marc Struhalla, dem Gründer von c-LEcta.
- Von der Uni zum eigenen Unternehmen
Begonnen hat alles im Jahr 2004, als Marc Struhalla nach seiner Promotion in Hamburg mit vier Mitstreitern c-LEcta gründete und mit seinem Startup in die gerade im Aufbau befindliche BioCity Leipzig zog. Er war zehn Jahre zuvor zum Studium der Biochemie nach Leipzig gekommen. An der Universität hatte er gemeinsam mit Kommilitonen eine Screening-Methode für Enzyme erfunden und diese patentieren lassen. „Die Technologie ermöglicht es, aus einer großen Anzahl genetisch unterschiedlicher Varianten die Eigenschaften von Enzymen zu analysieren, und das mit sehr hoher Geschwindigkeit“, erklärt Marc Struhalla. „So lassen sich Enzym-Bibliotheken durchsuchen, um geeignete Varianten für bestimmte industrielle, biotechnologische oder medizinische Anwendungen zu identifizieren.“
Um die Erfindung praktisch zu nutzen, entstand die Idee zur Firmengründung. Anfangs stand die Entwicklung maßgeschneiderter Enzyme und Produktionsstämme für industrielle Biotechnologie-Anwendungen im Mittelpunkt. Die Anforderungen an Enzyme, die in der Industrie eingesetzt werden sollen, unterscheiden sich meist stark von dem, wofür die Natur sie geschaffen hat. c-LEcta besaß schon damals die Expertise, sie durch Enzym-Engineering an die Erfordernisse anzupassen.
Mit entsprechenden Forschungsaufträgen konnte das Start-up bald erste Erfolge verzeichnen. Zudem gelang es, das nötige Kapital einzuwerben, um weiter zu expandieren und Enzyme nicht nur zu entwickeln, sondern eigene Enzymprodukte herzustellen. Das Unternehmen wuchs und zog 2013 in den neu eröffneten BioCube, wo moderne Labore und Büros zur Verfügung standen. Kurz darauf wurde erstmals mehr als eine Million Euro Jahresumsatz mit Produkten erzielt.
- Einzigartige Technologieplattform
Heue ist c-LEcta ein sehr erfolgreiches Produktunternehmen, das weltweit mehr als 400 Kunden in über 50 Ländern mit seinen Enzymen beliefert. Laut Marc Struhalla ist es kein leichter Weg vom Start-up zu einem erfolgreichen Unternehmen. Dies könne nur gelingen, wenn sich Investoren finden, die an eine Idee glauben und genügend Risikokapital für Forschung und Entwicklung bereitstellen.
Basis für den Erfolg und die Innovationskraft ist c-LEctas Technologieplattform ENESYZ, die aus dem patentierten Screening-Verfahren entstand und seit 2004 kontinuierlich verbessert wurde. Sie ermöglicht eine effiziente Entwicklung von neuen Enzymen mit hoher Genauigkeit, die den Anforderungen an unterschiedlichste Herstellungsverfahren in der Industrie gerecht werden. Vor allem mithilfe dieser Innovation konnte sich c-LEcta vom Dienstleister zum weltweiten Enzymlieferanten entwickeln. Die biotechnologischen Produkte entstehen als Eigenentwicklung sowie auch in enger Zusammenarbeit mit der Industrie. Sie finden unter anderem Anwendung in der Pharmaindustrie, insbesondere in der Zell- und Gentherapie. Im Lebensmittelbereich können c-LEctas Enzyme zur nachhaltigen Produktion von gesünderen Lebensmitteln beitragen.
- Schlüsseltechnologie für weiteres Wachstum
Dass c-LEcta auch als Teil der Kerry-Gruppe – einem international führenden Unternehmen für Lebensmittel-, Geschmacks- und Ernährungslösungen – dem Standort Leipzig treu bleibt, stand außer Frage. Dafür sprach nicht nur die sehr gute Netzwerkinfrastruktur in der sächsischen Life-Sciences-Hochburg, sondern auch Leipzig als interessante Stadt, um internationale Fachkräfte anzuziehen. „Unsere Mitarbeitenden aus aktuell 19 Nationen finden hier beste Bedingungen für ihr berufliches Leben und ein attraktives Wohnumfeld,“ sagt Marc Struhalla. „Neuankömmlingen in Deutschland bieten wir aktive Unterstützung an, hier in Leipzig anzukommen und Fuß zu fassen. Die Internationalität unseres Konzernumfeldes spricht da zum Glück viele an.“ Mit der hohen Investition in den neuen Firmensitz hat sich die Kerry-Gruppe dazu bekannt, das Geschäft von Leipzig aus weiter auszubauen. Dafür bieten laut c-LEcta nicht zuletzt die stabilen Partnerschaften vor Ort, unter anderem mit der Wirtschaftsförderung Sachsen GmbH, BioSaxony, den sächsischen Universitäten und der Stadt Leipzig, ein positives Umfeld und viel Unterstützung.
Der Firmengründer blickt optimistisch in die Zukunft. „Aktuell können wir die sehr guten Aussichten der Biotechnologie für uns optimal nutzen und haben starken Rückenwind durch unseren Mutterkonzern,“ so Marc Struhalla, der nicht nur Chef von c-LEcta ist, sondern auch die Forschung an Enzymen für den gesamten Kerry-Konzern leitet. „Für Kerry ist Biotechnologie eine der Schlüsseltechnologien für weiteres globales Wachstum. Unsere Kunden aus der Lebensmittelindustrie können dadurch in die Lage versetzt werden, den Trends bei Verbrauchern in Richtung Natürlichkeit und Nachhaltigkeit gerecht zu werden und ihre Lebensmittelproduktion außerdem effizienter zu gestalten.“
c-LEcta GmbH, Leipzig