Projekt AgroEcoFiber
Das Projekt AgroEcoFiber zielt darauf ab, die Segmente "Landwirtschaft" und "Industrie" im Bereich Faserpflanzenanbau und Naturfasergewinnung durch den Aufbau eines innovativen Geschäftsmodells an der Branchenschnittstelle Faserstroh und Vorbereitung der Faserproduktion zu vereinen.
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Projektbeschreibung
Die spürbaren Auswirkungen des Klimawandels erfordern mittelfristig eine Anpassung der angebauten Pflanzen im Ackerbau. Der Bedarf an langlebigen und leistungsfähigen Produkten aus nachhaltigen Ressourcen wächst im Sinne einer durch den Markt vorangetriebenen nachhaltigen Wirtschaftsentwicklung. Insbesondere Verbraucher von Endprodukten wie Textilien sind zunehmend auf Nachhaltigkeit bedacht. Veränderte rechtliche Rahmenbedingungen wie das Lieferkettensorgfaltspflichtgesetz und die CO2-Bepreisung unterstützen diese Entwicklungen. Darüber hinaus erfordert eine Zusammenführung der Segmente ‚Landwirtschaft‘ und ‚Industrie‘ durch die Nutzung zukunftsweisender landwirtschaftlicher Rohstoffe den Aufbau innovativer Geschäftsmodelle an deren Branchenschnittstellen.
Das Projekt erprobte bis 2024 den Aufbau einer regionalen Wertschöpfungskette für Hanflangfasern – von der landwirtschaftlichen Erzeugung bis zur industriellen Verarbeitung. Ziel war es, ein Geschäftsmodell zu entwickeln, das Landwirte aktiv einbindet und hochwertige Hanffasern effizient produziert.
- Etablierung von Faserhanf als wirtschaftlich attraktive Ackerkultur
- Aufbau stabiler Kooperationen zwischen Landwirtschaft und Industrie
- Förderung regionaler Kreisläufe und nachhaltiger Produktion
- Entwicklung skalierbarer Modelle für weitere Regionen oder Fasern
Die Diversifikation der Fruchtfolge und des Produktportfolios sind vielversprechende Lösungsansätze. Durch eine Anpassung der Fruchtarten könnte man trotz Klimawandel landwirtschaftliche Produktion sicherstellen. Durch die Produktion von qualitativ hochwertigen und langlebigen Fasern für die Textilindustrie sowie von techtextilen High-Tech-Produkten ergeben sich wirtschaftlich interessante Möglichkeiten für die Landwirtschaft (z.B. Bekleidungsindustrie, Sportgeräte, Mikromobilität).
Der Rohstoff Faserhanf bietet eine ideale Vorfruchtwirkung, profitiert von einer guten Wasserversorgung durch Tiefenwurzeln und ist in der Jugendentwicklung schnellwüchsig. Da Faserhanf keine Pflanzenschutzmitteln benötigt, ist er eine attraktive Ackerkultur für die Umstellung auf ökologischen Landbau. Darüber hinaus ist er insektenfreundlich und hat das Potenzial, hochwertige Faserqualitäten für den Einsatz in sehr unterschiedlichen Industriezweigen zu liefern, was ihn zu einem besonders vielversprechenden Rohstoff macht.
Sächsische Landwirte und industrielle Akteure der Verwertungskette nehmen an der Entwicklung eines gemeinsamen Geschäftskonzepts teil. An den Standorten Mausitz und Zwenkau wurden im Rahmen einer Machbarkeitsuntersuchung erste Anbau-, Ernte- und Handhabungsversuche von Faserhanf sowie weiterer Faserpflanzen durchgeführt. Außerdem wurden technische Möglichkeiten zu Parallelschwadernte von Faserhanf untersucht und Verfahren zur Faserstrohröste auf dem Feld sowie zur Lagerung entwickelt. Für den Aufbau einer Produktionslinie für den Hanf-Faserrohstoff ist eine Kooperation mit der FUSE GmbH geplant.
Ergebnisse: AgroEcoFiber hat gezeigt, dass Faserhanf im Raum Leipzig als Rohstoff für hochwertige textile und technische Anwendungen geeignet ist. In Praxisversuchen konnte nachgewiesen werden, dass bestehende Technologien zur Langfasergewinnung, die bisher vor allem bei Faserlein eingesetzt werden, auch für Hanf nutzbar sind. Entscheidend für die Faserqualität sind dabei eine gezielte Sortenwahl, eine angepasste Bestandsführung sowie ein passender Ernte- und Röstezeitpunkt. Gleichzeitig wurde sichtbar, dass natürliche Standortunterschiede und witterungsbedingte Effekte die Homogenität der Fasern beeinflussen. Die Projektergebnisse liefern damit eine belastbare Entscheidungsgrundlage für weitere Entwicklungs- und Digitalisierungsprojekte und zeigen das Potenzial von Faserhanf als Baustein regionaler, nachhaltiger Wertschöpfungsketten im LAND.VISION-Netzwerk.
Projektpartner
Das Bündnis LAND.VISION, getragen durch die Zusammenarbeit des Zentrums für angewandte Forschung und Technologie e. V. (ZAFT) an der HTW Dresden und den Betriebshilfe- und Maschinenringen Sachsen unterstützte das Projekt - gefördert im Förderprogram „WIR! – Wandel durch Innovation in der Region“, ein Förderprogramm des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR).