Projekt Albedo+

Das Projekt entwickelt Maßnahmen, die die Lichtreflexion vom Boden (Albedo) unter Agri-PV-Anlagen gezielt steigern, etwa durch Anbaumethoden oder das Einbringen reflektierender Materialien. Ziel ist es, praxisgerechte Empfehlungen zu erarbeiten, die agronomisch und energetisch sinnvoll sind.

Agri-Photovoltaik

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Projektbeschreibung

Agri-Photovoltaikanlagen (APVA) ermöglichen die gleichzeitige Nutzung von Ackerflächen für landwirtschaftliche Produktion und die Erzeugung erneuerbarer Energie. Insbesondere vertikale APVA mit bifazialen Modulen benötigen nur rund 10 % der Ackerfläche und bieten großes Potenzial für Klimaschutz, Biodiversität und regionale Wertschöpfung. Allerdings sind APVA derzeit teurer als konventionelle Freiflächen-PV-Anlagen und bringen bewirtschaftungsbedingte Nachteile wie Randeffekte und Ertragseinbußen mit sich. Eine Steigerung der Stromerträge ist daher entscheidend, um ihre Attraktivität zu erhöhen.

Vor allem kleinere APVA, wie sie für Landwirte und regionale Genossenschaften relevant sind, sind wirtschaftlich benachteiligt. Gleichzeitig fehlt es bislang an belastbaren wissenschaftlichen Erkenntnissen dazu, wie landwirtschaftliche Maßnahmen gezielt genutzt werden können, um die Albedo von Böden und Kulturen zu erhöhen und damit den Stromertrag bifazialer Module zu steigern. Landwirten fehlen konkrete Handlungsempfehlungen, welche Maßnahmen sinnvoll, wirksam und wirtschaftlich vertretbar sind.

Kernidee des Vorhabens ist es, die Stromproduktion von APVA nicht primär über technische Anpassungen, sondern über angepasste landwirtschaftliche Bewirtschaftung zu erhöhen. Durch gezielte Steigerung der Albedo – also der Rückstrahlung von Sonnenlicht vom Boden und von Pflanzen auf die Modulrückseiten – sollen höhere Stromerträge erzielt werden. Dadurch werden insbesondere kleinere APVA wirtschaftlich attraktiver und die Einstiegshürden für Landwirte und regionale Akteure gesenkt.

Das Projekt entwickelt und bewertet praxisnahe, überwiegend kostenneutrale landwirtschaftliche Maßnahmen zur Albedosteigerung, z. B. durch Kulturwahl, Bodenbearbeitung, Terminierung von Maßnahmen oder den Einsatz heller Oberflächen und Nebenprodukte. Damit wird die Attraktivität von APVA gesteigert, regionale Wertschöpfungsketten gestärkt und Landwirten der Schritt zum „Energiewirt“ erleichtert. Gleichzeitig tragen APVA zur Eindämmung des Flächenverbrauchs, zur Stabilisierung von Pachtpreisen sowie zum Natur- und Klimaschutz bei.

Die Maßnahmen werden über zwei Vegetationsperioden in einer bestehenden APVA in Dresden-Pillnitz sowie in einer neu errichteten APVA eines landwirtschaftlichen Betriebs in der LAND.VISION-Region untersucht. Ergänzend erfolgen Messungen auf Referenzflächen ohne APVA innerhalb und außerhalb der Region. Erfasst und bewertet werden u. a. Albedo, Stromertrag, pflanzenbauliche Effekte und Kosten. Die Ergebnisse werden experimentell abgesichert, verglichen und praxisorientiert aufbereitet.

Das Vorhaben liefert erstmals belastbare Aussagen darüber, wie stark landwirtschaftliche Maßnahmen die Albedo und den Stromertrag von APVA beeinflussen. Die Ergebnisse erhöhen die Wirtschaftlichkeit insbesondere kleiner APVA, fördern deren Verbreitung und sichern regionale Wertschöpfung. Zusätzlich entstehen neue Geschäftsmodelle für Agrarbetriebe und Dienstleister (z. B. Maschinenringe), neue Arbeitsplätze sowie Impulse für weitere Innovationen rund um die Nutzung von lokal erzeugtem „grünem“ Strom. Insgesamt stärkt das Projekt die Resilienz der Landwirtschaft und unterstützt die Energiewende im Sinne von LAND.VISION.

Projektpartner

Die Maßnahmen werden über zwei Vegetationsperioden in einer bestehenden APVA in Dresden-Pillnitz sowie in einer neu errichteten APVA eines landwirtschaftlichen Betriebs in der LAND.VISION-Region untersucht.