Spezialist für gehirn-inspirierte Supercomputer
Innovative Chips und hocheffiziente Computer nach dem Vorbild der Neuronennetze im menschlichen Gehirn stehen im Fokus des Deep-Tech-Unternehmens „SpiNNcloud Systems GmbH“: Die Ausgründung der Technischen Universität Dresden hat sich auf neuromorphe Rechnerarchitekturen spezialisiert.
Mit den SpiNNcloud-systemen kann die Künstliche Intelligenz (KI) selbst anspruchsvollste Aufgaben mit drastisch weniger Energieverbrauch absolvieren als mit klassischen Graphik-Prozessoren (GPUs) – teilweise um den Faktor 79 reduziert.
Das Herzstück der SpiNNcloud-Systeme ist der eigens entwickelte SpiNNaker2-Chip (Spiking Neural Network Architecture), der im Rahmen des „Human Brain Project“ zur Marktreife gebracht wurde. Seine revolutionäre, vom menschlichen Gehirn inspirierte Architektur nutzt ereignisgesteuerte (event-driven) Kommunikation. Im Gegensatz zu herkömmlichen Grafikprozessoren (GPUs) rechnet das System nur, wenn sich Daten ändern. Dies reduziert die Leistungsaufnahme solcher Rechner drastisch.
Die SpiNNaker2-Architektur liefert eine bis zu 18-fach höhere Energieeffizienz als aktuelle GPUs für die KI-Analysen. Der hochentwickelte Chip wird bei Globalfoundries in Dresden gefertigt und unterstreicht die Innovationskraft Sachsens.
SpiNNcloud ist der einzige europäische Anbieter von derart spezialisierten KI-Supercomputern. Dadurch hat das Unternehmen auch Großaufträge im In- und Ausland akquiriert. Zu den Anwendern zählen das KI-Kompetenzzentrum ScaDS.AI und die Universität Leipzig, die das System mit rund 650.000 Kernen für die Medikamenten-Entwicklung nutzt. International rüstete das Unternehmen das renommierte THOR-Konsortium an der University of Texas at San Antonio (UTSA) in den USA mit einem System aus, das 393 Millionen Neuronen simuliert. Ein Meilenstein gelang mit dem Superrechner „SpiNNcloud“, der in der ersten Ausbaustufe 35.000 Chips und über fünf Millionen Prozessorkerne verwendet. „Wir haben den weltweit größten größten gehirn-inspirierten Supercomputer gebaut“, schätzt das Unternehmen ein.
Mit diesen und weiteren Innovationen trägt SpiNNcloud Systems dazu bei, die europäische KI-Souveränität zu stärken. Durch Partnerschaften, wie mit dem französischen Cloud-Anbieter Clever Cloud, arbeitet das Start-up daran, eine kostengünstige und nachhaltige KI-Infrastruktur in Europa zu etablieren. Parallel dazu treibt das Unternehmen seinen Internationalisierungskurs voran. So ist mit der „SpiNNcloud North America Inc.“ inzwischen ein US-Ableger entstanden.
Und auch die Forschung geht weiter: Derzeit arbeiten die Dresdner Ingenieure bereits an der nächsten Generation neuromorpher Architekturen, die auf den neuen „SpinNext“-Chips basieren werden. Sie soll eine bis zu 78-fach bessere Energieeffizienz im Vergleich zu herkömmlichen GPUs ermöglichen.
SpiNNcloud Systems GmbH, Dresden