Volkswagen in Zwickau, Chemnitz und Dresden

Der VW-Konzern engagiert sich seit über 30 Jahren in Sachsen. Auf die einzigartige Kompetenz des „Autolandes Sachsen“ setzte VW auch im Rahmen seiner Elektromobilitäts-Offensive - in Zwickau startete sie.

"Hochzeit" für einen ID.4 im VW-Werk Zwickau: Der Antriebsstrang wird mit der Karosserie verschraubt. (Quelle: Volkswagen)

Infomodul

Fakten zu Volkswagen Sachsen

  • Mai 1990

    Produktionsstart in Zwickau
  • > 10.000 Mitarbeiter

    in Zwickau, Chemnitz, Dresden
  • > 7,4 Mio. Pkw / 18,7 Mio. Motoren

    aus Sachsen (bis 12/2024)

Über die Volkswagen Sachsen GmbH

Mit der Gründung der Volkswagen Sachsen GmbH im Dezember 1990 begann das ehrgeizige Projekt der Volkswagen AG zur Errichtung einer wettbewerbsfähigen Fertigungsstätte für Volkswagen Fahrzeuge und Motoren in einer der traditionsreichsten Automobilbau-Regionen Deutschlands. Neben der vorübergehenden Nutzung vorhandener Einrichtungen an den Standorten Zwickau und Chemnitz, die durch Volkswagen vollständig modernisiert wurden, entstanden zwei neue Fertigungsstätten für den Fahrzeug- und Motorenbau. Die Gläserne Manufaktur Dresden wurde 2001 eröffnet. 2014 erfolgte die Verschmelzung der Automobilmanufaktur Dresden GmbH mit der Volkswagen Sachsen GmbH.

Zur Volkswagen Sachsen GmbH gehören seither das Fahrzeugwerk Zwickau, das Motorenwerk Chemnitz und die Gläserne Manufaktur Dresden. In der Volkswagen Sachsen GmbH sind 11.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ((inklusive Volkswagen Bildungsinstitut) beschäftigt. Rund 98 Prozent der Belegschaft verfügen über eine abgeschlossene fachspezifische Berufsausbildung bzw. einen Meister-, Hochschul- oder universitären Abschluss. Das Durchschnittsalter liegt bei rund 45 Jahren und der Frauenanteil bei gegenwärtig 12,7 Prozent.

Volkswagen Sachsen

Fahrzeugwerk Zwickau

Die Fläche des Zwickauer Fahrzeugwerks erstreckt sich über 1.800.000 Quadratmeter. Das entspricht einer Größe von 252 Fußballfeldern.
In Zwickau werden nur vollelektrische Fahrzeuge wie der Volkswagen ID.3, ID.4 & ID.5, der Audi Q4 e-tron sowie Sportback e-tron und der Seat Cupra Born produziert. Im Januar 2022 wurde mit dem Start der Produktion des ID.5 die Transformation des Werkes Zwickau zum reinen E-Mehrmarkenstandort abgeschlossen.

Das letzte Verbrennerfahrzeug lief am 26. Juni 2020 vom Band – eine historische Wegmarke. Im Jahr 2024 wurden rund 204.000 Fahrzeuge produziert. Seit der Gründung des Standorts 1990 verließen fast sieben Millionen Fahrzeuge die Werkhallen. Mit dem Start der Produktion von E-Fahrzeugen spielte Zwickau eine Schlüsselrolle: Erstmals wurde eine große Autofabrik für 1,2 Milliarden Euro komplett auf die Elektromobilität umgerüstet. In Zwickau werden sechs E-Modelle für drei Konzernmarken gebaut. In Zwickau werden auch die Karosserien für den Bentley Bentayga sowie den Lamborghini Urus hergestellt.

Anfang 2026 übernimmt das Zwickauer VW-Werk erneut eine Vorreiterrolle im Konzern - die als zentrales Kompetenzzentrum für Kreislaufwirtschaft im Rahmen der Circular-Economy-Strategie von VW. In Zwickau werden neue Geschäftsfelder der Kreislaufwirtschaft auf Wirtschaftlichkeit geprüft, Standards festgelegt und das Wissen für andere Standorte zur Verfügung. Es werden technische Innovationen sowie der Einsatz von KI entwickelt und standardisiert. Durch die Nutzung von Datenplattformen und KI kann Volkswagen Materialflüsse, Recyclingprozesse und Geschäftsmodelle effizient nachverfolgen, steuern und neue Standards setzen. Darüber hinaus wird Zwickau für die Aus- und Fortbildung von Mitarbeitenden in der Kreislaufwirtschaft eine zentrale Rolle spielen. 

Insgesamt plant Volkswagen in den nächsten Jahren Investitionen von bis zu 90 Millionen Euro am Standort. Der Freistaat Sachsen fördert das Gesamtprojekt mit bis zu 10,7 Millionen Euro. Zwickau startet neben der Zentralfunktion zunächst mit der systematischen Demontage von Fahrzeugen zur Rückgewinnung von wertvollen Rohstoffen und zur Weiterverwendung von Komponenten. Bis 2030 ist ein stufenweiser Aufbau der Kapazitäten auf 15.000 Fahrzeuge jährlich geplant. 

Gläserne Manufaktur Dresden

In der Gläsernen Manufaktur wurden 14 Jahre lang der Volkswagen Phaeton und der Bentley Flying Spur bis März 2016 gefertigt. Die Neuausrichtung für eine flexibilisierte Manufakturfertigung für verschiedene Modelle wurde vollzogen. Von April 2017 bis Dezember 2020 lief der e-Golf von den Bändern. Damit war die Gläserne Manufaktur der erste Standort der Marke Volkswagen, der vollständig auf Elektromobilität umgestellt wurde. Im Januar 2021 war Start der Serienproduktion des ID.3. 

Im Dezember 2025 stellte Volkswagen die Weichen für die Neuausrichtung der Gläsernen Manufaktur Dresden (GMD): Gemeinsam mit dem Freistaat Sachsen und der Technischen Universität Dresden will das Unternehmen am Standort ab dem kommenden Jahr einen Innovationscampus für zentrale Technologiefelder aufbauen. Insgesamt investieren VW und TU Dresden in den kommenden sieben Jahren mehr als 50 Millionen Euro in Forschung, Technologieentwicklung sowie vier neue Stiftungsprofessuren. Darüber hinaus bleibt die Manufaktur als Auslieferungs- und Forschungsstandort sowie Erlebniswelt von Volkswagen erhalten. Die Serienproduktion von Fahrzeugen in der GMD wird beendet.

Mitte 2026 starten die ersten gemeinsamen Forschungsprojekte zu Themen wieKünstliche Intelligenz, Robotik, Mikroelektronik und Chip-Design mit der TU Dresden, ab 2027 beginnt der Regelbetrieb. Perspektivisch wird die TU Dresden knapp die Hälfte der Flächen der Gläsernen Manufaktur nutzen.

Mit mehr als 100.000 Besuchern jährlich zählt die Manufaktur zu den Attraktionen der Stadt Dresden und bringt Menschen in Kontakt mit den Produkten von Volkswagen und dem Thema Fahrzeugbau. Das offene InnoXcampus-Konzept sieht vor, Besuchern Einblick in die Zukunftsthemen des Automobilbaus, der Robotik und Künstlichen Intelligenz zu bieten.

Gläserne Manufaktur Dresden

Motorenwerk Chemnitz

Die Gesamtfläche des Motorenwerkes in Chemnitz beträgt 213.000 Quadratmeter. Das entspricht einer Fläche von 30 Fußballfeldern. Es befindet sich direkt neben dem Stadtpark Chemnitz. Mit rund 1.800 Beschäftigten (inkl. Dual-Studierenden und Auszubildenden) ist Volkswagen in Chemnitz einer der größten privaten Arbeitgeber der Stadt.

Das Chemnitzer Motorenwerk liefert Motoren in die Fahrzeugwerke sowie Komponenten in die Komponentenwerke des Volkswagen Konzerns. Das Produktionsportfolio umfasst moderne und sparsame aufgeladene Benzindirekteinspritzer (TSI-Motoren) sowie Motoren-Baugruppen wie Ausgleichswellen und integrierte Ventiltriebsmodule. Konzernintern hat Chemnitz die Typführerschaft der Motoren EA 211 (1.0 Liter und 1.5 Liter Hubraum) inne. Jeder Anlauf der drei Motoren an anderen Konzernstandorten weltweit wird durch Experten aus dem Chemnitzer Werk unterstützt. Seit 1988 wurden am Standort Chemnitz mehr als 20 Millionen Volkswagen Motoren produziert. Die Produktionszahl 2024 lag bei rund 720.000 Motoren. 

Perspektivisch wird der Standort auch in die Fertigung von Komponenten für die E-Mobilität einsteigen. Als erstes Produkt ist das Thermomanagement bereits bestätigt.

Volkswagen Bildungsinstitut, Zwickau

Am 14. Dezember 1990 wurde das Volkswagen Bildungsinstitut in Zwickau als Beteiligungsgesellschaft der Volkswagen AG gegründet. Seit 01. Januar 2013 ist das Institut eine100%-ige Tochtergesellschaft der Volkswagen Sachsen GmbH. Heute arbeiten hier 126 Beschäftigte.

Seit 1990 ist das Volkswagen Bildungsinstitut an drei Standorten in Sachsen (Zwickau, Chemnitz, Crossen) für Kunden aus verschiedenen Branchen auf den Gebieten berufliche Qualifizierung, Personalentwicklung und Organisationsberatung tätig. Dies umfasst insbesondere die Umsetzung der praktischen Berufsausbildung, die Durchführung von Weiterbildungsmaßnahmen sowie die Erbringung von Personalentwicklungs- und Organisationsberatungsleistunge

Volkswagen Bildungsinstitut