Hydrogen Innovation Center in Chemnitz: 1,6 Millionen Euro EU-Förderung für Grünen Wasserstoff

Die eins energie in sachsen GmbH & Co. KG erhält 1,2 Millionen Euro Förderung für den Bau eines Elektrolyseurs am Wasserstoff-Campus in Chemnitz und weitere 420.000 Euro für die Umrüstung der Leitungsinfrastruktur von Erdgas auf Wasserstoff am Standort.

Platzhalterbild Förderung (Quelle: pixabay)
Quelle Quelle: pixabay

Damit fördert Sachsen den Aufbau der Wasserstoffwirtschaft und unterstützt u. a. die weitere Entwicklung des europaweit einzigartigen Hydrogen Innovation Center (HIC).

Das Wasserstoffzentrum soll industrielle Transformationsprozesse hin zu klimaneutralen Technologien begleiten. Mit einem klaren Fokus auf kleine und mittlere Unternehmen sowie Start-ups werden hier neue Geschäftsfelder im Bereich der Wasserstofftechnologien erschlossen, erprobt und zur Marktreife geführt.

Mit der Unterstützung durch Mittel der Europäischen Union errichtet eins energie einen Elektrolyseur, der mithilfe von Strom aus erneuerbaren Energien Wasserstoff erzeugt. Durch das Wasserstoffprojekt von eins energie ist die Grundlastversorgung des Baugebietes mit Wasserstoff bis in die 2030er Jahre gesichert. Dabei wird die Anlage so geplant, dass steigende Bedarfe am Standort bereits heute mitgedacht werden. So kann die Elektrolyseleistung am Standort perspektivisch auf rund 2 Megawatt erhöht und die Speicherkapazität für Wasserstoff verdoppelt werden, wenn ausreichend Bedarfe durch Forschung und Industrie vorhanden sind.

Der Elektrolyseur soll mit 240 Kilowatt Elektrolyseleistung errichtet werden. Der Elektrolyse nachgeschaltet wird ein stationärer Wasserstoffspeicher mit einer Kapazität von rund 115 Kubikmetern (etwa 330 Kilogramm Wasserstoff) installiert. Der Wasserstoff soll zur Versorgung des Baugebietes (Wasserstoffcampus Chemnitz) eingesetzt werden. Der erste Kunde soll das HIC sein. Dafür ist vorgesehen, den im Baugebiet bestehenden Erdgasverteilnetzabschnitt für die Nutzung mit Wasserstoff umzuwidmen. Für dieses sog. H2-Startnetz soll eine vorhandene Gasdruckregelanlage (GDRA) versetzt, auf Wasserstoff umgerüstet, ein Stück Mitteldruckleitung neu verlegt und eine bestehende Erdgasmitteldruckverteilleitung auf einer Länge von 550 Metern auf Wasserstoff umgerüstet werden.

Die Fördermittel stammen aus dem Just Transition Fund (JTF) der Europäischen Union. Ziel des EU-Programms ist es, die Gebiete zu unterstützen, die aufgrund des Übergangs der EU zu einer klimaneutralen Wirtschaft schwerwiegende sozioökonomische Herausforderungen bewältigen müssen. Aufgrund der besonderen Betroffenheit des Unternehmens eins energie als ehemaliger Betreiber eines mit einheimischer Rohbraunkohle befeuerten Heizkraftwerks wurde Chemnitz in die Fördergebietskulisse des JTF aufgenommen.