12,91 Millionen Euro: 14 neue Interreg-Projekte für Sachsen und Tschechien beschlossen
Der Begleitausschuss des Programms Interreg Sachsen – Tschechien 2021–2027 hat in Ústí nad Labem die Förderung von 14 neuen grenzüberschreitenden Projekten beschlossen. Dafür stehen rund 12,91 Millionen Euro aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) zur Verfügung.
Die Vorhaben in der sächsisch-tschechischen Grenzregion decken ein breites thematisches Spektrum ab. Sie reichen von Fachkräftesicherung und Innovation über Forschung und Klimaschutz bis hin zu grenzüberschreitender Vernetzung von Unternehmen und Institutionen.
Folgende Vorhaben werden beispielsweise finanziell unterstützt:
- So entwickeln die Westsächsische Hochschule Zwickau und die Berufsschule in Cheb im Projekt “Intermezzo” erstmals ein gemeinsames deutsch-tschechisches Weiterbildungsangebot im Musikinstrumentenbau. Ziel ist es, dem Fachkräftemangel in der traditionsreichen Branche entgegenzuwirken und junge Menschen zusätzlich zu qualifizieren. Geplant sind praxisnahe Workshops, Projektwochen und digitale Lernangebote. Die Teilnehmenden sollen wissenschaftliche und handwerkliche Kompetenzen erwerben und gemeinsam Musikinstrumente entwickeln und bauen. Ergänzend entstehen Lehrmaterialien und Austauschformate, die langfristig in die Ausbildung einfließen sollen. Das Vorhaben wird von der EU mit 228.000 Euro gefördert.
- Im Projekt “TransGEO” untersuchen die TU Bergakademie Freiberg, das Geophysikalische Institut der Tschechischen Akademie der Wissenschaften mit Sitz in Prag, die Karls-Universität Prag und das GFZ Helmholtz-Zentrum für Geowissenschaften in Potsdam das geothermische Potenzial im Vogtland und in Westböhmen. Durch Messungen und ein gemeinsames grenzüberschreitendes Untergrundmodell sollen die Nutzung klimafreundlicher geothermischer Energie verbessert und Erdbebenaktivitäten genauer überwacht werden. Vorgesehen sind unter anderem seismische und gravimetrische Messungen sowie der Aufbau eines gemeinsamen Erdbebenkatalogs. Das Projekt erhält rund 848.000 Euro aus EU-Mitteln.
- Das Projekt “Saxon-Czech Innospace” wird von der Wirtschaftsförderung Sachsen GmbH (WFS), dem Landesverband der Kultur- und Kreativwirtschaft Sachsen, der AHK Services s.r.o. und der Plattform Kreativni.uk umgesetzt. Ziel ist der Aufbau eines grenzüberschreitenden Innovationsökosystems für kleine und mittlere Unternehmen in der sächsisch-tschechischen Grenzregion. Im Mittelpunkt stehen Unternehmen der Kultur- und Kreativwirtschaft, die Impulse für Innovationen in anderen Branchen geben können. In gemeinsamen Innovationswerkstätten sollen Unternehmen aus beiden Ländern neue Produkte und Dienstleistungen entwickeln und erproben. Hinzu kommen Austausch- und Beratungsformate, Online-Lernangebote und eine digitale Wissensplattform. Diese soll Kooperationen erleichtern und den Zugang zu Marktinformationen verbessern. Für das Projekt sind rund 892.000 Euro aus EU-Mitteln vorgesehen.
Für das Programm Interreg Sachsen – Tschechien 2021-2027 stehen bis 2027 rund 190 Millionen Euro zur Verfügung. Gefördert werden Projekte in den Bereichen Innovation, Klimaanpassung und Nachhaltigkeit, Bildung, Kultur, Tourismus sowie partnerschaftliche Zusammenarbeit. Der Begleitausschuss setzt sich aus Vertreterinnen und Vertretern beider Länder zusammen und entscheidet auf Basis geprüfter und bewerteter Projektanträge über die Förderung.