TU Chemnitz: Neubau für Materialforschung der Zukunft übergeben

Im neuen Forschungsbau der Technischen Universität Chemnitz wird künftig tief in die Materie gezoomt. Mit dem Transmissionselektronenmikroskopiezentrum der Technischen Universität Chemnitz entsteht eine fakultätsübergreifende Plattform für Materialforschung.

Außenansicht des neu errichteten Transmissionselektronenmikroskopiezentrums der TU Chemnitz
Quelle TU Chemnitz / Jacob Müller

Heute übergab Sachsens Finanzstaatssekretär Sebastian Hecht den Schlüssel an Wissenschaftsstaatssekretärin Prof. Dr. Heike Graßmann und die Vertreterin des Rektors und Prorektorin für Forschung und Universitätsentwicklung der TU Chemnitz, Prof. Dr. Anja Strobel.

Das Gebäude bietet optimale Bedingungen für den Betrieb von zwei hochauflösenden Transmissionselektronenmikroskopen und einer Ionenfeinstrahlanlage. Diese Großgeräte sind von herausragender Bedeutung für die Materialforschung an der TU Chemnitz und werden durch die Fakultäten für Maschinenbau, Naturwissenschaften sowie Elektrotechnik und Informationstechnik genutzt. Mit dem Transmissionselektronenmikroskopiezentrum entsteht somit eine fakultätsübergreifende Plattform für Materialforschung, in der die Expertise aus verschiedenen Forschungsbereichen vereint ist. Zahlreiche Wissenschaftler aus mehr als 20 Professuren der Universität arbeiten hier gemeinsam daran, insbesondere die Kernkompetenz der TU Chemnitz im Bereich “Materialien und Intelligente Systeme” weiter auszubauen. Zugleich stärkt das Zentrum die internationale Sichtbarkeit des Forschungsstandortes Chemnitz auf einem zukunftsweisenden Gebiet.

Die hochempfindlichen Transmissionselektronenmikroskope ermöglichen es den Forschenden, die Struktur und Eigenschaften von Materialien auf molekularer und atomarer Ebene zu untersuchen. Auf diese Weise lassen sich z.B. Materialschäden äußerst detailliert analysieren und belastbare Aussagen über die Beanspruchung und Lebensdauer von Bauteilen treffen. Ergänzt wird die Infrastruktur durch eine Ionenfeinstrahlanlage, mit der sich nur wenige Nanometer dünne Materialproben präzise und teilautomatisiert herstellen lassen. Diese Proben bilden die Grundlage für vertiefte Materialanalysen in den beiden neuen Transmissionselektronenmikroskopen.

Auf einer Grundfläche von rund 600 Quadratmetern entstand innerhalb von knapp zwei Jahren ein eingeschossiger Neubau. Im Kern des Hauses befinden sich in den speziell abgeschirmten und klimatisierten Messräumen die hochsensiblen Großgeräte, während in der umliegenden Gebäudehülle Labore, Büros und Gebäudetechnik untergebracht sind. Der Staatsbetrieb Sächsisches Immobilien- und Baumanagement (SIB) errichtete das Gebäude von August 2023 bis Juli 2025. Anschließend begann der Einbau der Großgeräte, der bereits weit fortgeschritten ist. Im Sommer 2026 wird das neue Transmissionselektronenmikroskopiezentrum (TEM Zentrum) den Forschungsbetrieb aufnehmen.

Die Kosten für die Baumaßnahme belaufen sich auf rund 13 Millionen Euro. Davon stammen 7,4 Millionen Euro aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE). Weitere 5,7 Millionen Euro stellt der Freistaat Sachsen aus Steuermitteln auf Grundlage des vom Sächsischen Landtag beschlossenen Haushalts bereit. Hinzu kommen rund 7 Millionen Euro für die Anschaffung der drei Großgeräte.