CircEcon: In der Lausitz sollen aus Müll neue Rohstoffe entstehen
CircEcon macht Kreislaufwirtschaft industriefähig: Vier sächsische Hochschulen bündeln ihre Kompetenzen zum Thema Kreislaufwirtschaft am Industriestandort Schwarze Pumpe. Hier entsteht in der Lausitz ein Zentrum für das Recycling schwieriger Verbundwerkstoffe.
Die Notwendigkeit, Rohstoffe in Kreisläufen zu halten und damit mehreren Nutzungen zuzuführen, ist bekannt. Aber die Umsetzung stellt uns immer wieder vor Herausforderungen - zum Beispiel die Wiederverwendung von Verbundwerkstoffen aus Metallen, Kunststoffen und Fasergeweben.
Wie können wir Sensorsysteme zum Sortieren von Abfallströmen noch besser auf die neuen Materialien der Zukunft anpassen? Welche Demontageschritte sind notwendig, um Autos, Kühlschränke und Waschmaschinen bestenfalls vollautomatisch zu zerlegen und funktionstüchtige Ersatzteile zu gewinnen? Welche Prozesse helfen uns, bei der thermischen Verwertung von Abfallreststoffen den darin gebunden Kohlenstoff wiederzuverwenden? Lassen sich Recyclate (wiederverwendete Kunststoffe) in einer Standardmaschine verarbeiten? Antworten auf diese Fragen finden Wissenschaftler aus Chemnitz, Freiberg, Dresden, Zittau und Görlitz, Unternehmen der Region und Experten bald gemeinsam am Standort von CircEcon - Center for Green Circular Economy, im Industriepark Schwarze Pumpe.
Im CircEcon wird es Forschenden und Nutzern möglich sein, den kompletten Lebenszyklus von Verbundmaterialien, Kunststoffen und Aluminium an einem Standort zu reproduzieren und mittels modernem Datenmanagement Bilanzierungsdaten wie Energieverbräuche oder Einsätze von Betriebsmitteln und Personal zu erfassen. Neu entwickelte Anlagenkomponenten können im industrienahen Umfeld getestet und optimiert werden, ohne dass es zu Produktionsausfällen kommt.
“CircEcon mit seinem Team an 4 Standorten zeigt, dass Zusammenarbeit unter dem Fokus der Kreislaufwirtschaft mit dem Ziel einer gemeinsamen wissenschaftlichen Einrichtung möglich ist. An der Hochschule Zittau / Görlitz (HSZG) arbeiten im Kernteam Wissenschaftler, Projektmanager, Mitarbeitende in der Verwaltung aus verschiedenen Abteilungen und die Projektleitung intensiv zusammen, damit in der Lausitz am Standort Schwarze Pumpe eine Forschungsfabrik der Zukunft für die Region entstehen kann.”, so Prof. Dr.-Ing. habil. Tobias Zschunke, Direktoriumsmitglied der HSZG
- Wie ist der aktuelle Stand?
Auf der Baustelle sind die Strukturen der Gebäudeteile schon von Weitem sichtbar. Parallel dazu läuft die Beschaffung der Anlagentechnik in den Hochschulen auf Hochtouren. Auch in Zittau werden Leistungsverzeichnisse erstellt und Vergabeverfahren durchgeführt. Es wird permanent an Details gefeilt und die aktuellen Zeichnungen der Baufirma studiert, damit alles seinen Platz findet. Für die Anlaufphase werden Projektanträge geschrieben und Konsortien gebildet – kurz: Die Köpfe rauchen und die Tasten glühen.
- Über CircEcon
Die Stärkung der Kreislaufwirtschaft und die treibhausgasneutrale Energieerzeugung sind elementare Bausteine zur Schonung von Ressourcen und Bekämpfung des Klimawandels. Hierfür bedarf es der weiteren Entwicklung von Produktionstechnologien und Erzeugnissen, die eine nachhaltige, klimaneutrale Kreislaufführung erlauben. Mit „CircEcon“ wird derzeitig im Industriepark „Schwarze Pumpe“ im Ortsteil Spreetal (Sachsen) eine Forschungsfabrik für nachhaltige Kreislaufwirtschaft geschaffen.
Das Innovationszentrum wird durch die angestrebte Vernetzung von Forschung und Industrie den Transformationsprozess der bislang von der Braunkohle dominierten Lausitzer Region hin zu einer Region mit zukunftsfähigen Wirtschaftsfeldern unterstützen. Getragen wird die gemeinsame wissenschaftliche Einrichtung, die 2027 ihren Betrieb aufnehmen wird, von vier sächsischen Universitäten und Hochschulen: den Technischen Universitäten Dresden, Chemnitz und Freiberg sowie der Hochschule Zittau / Görlitz.