25 Jahre Max-Planck-Institut für molekulare Zellbiologie und Genetik in Dresden

Das MPI-CBG feiert sein 25-jähriges Jubiläum seit der Eröffnung seines Gebäudes in Dresden am 22. Januar 2001. Von Beginn an leistete das Institut einen wesentlichen Beitrag zur Förderung wissenschaftlicher Exzellenz und Innovation.

Zebrafischaquarien im MPI-CBG in Dresden
Quelle MPI-CBG

Nach der offiziellen Gründung am 1. Januar 1998 initiierten die vier Gründungsdirektoren des MPI-CBG – Wieland Huttner, Anthony Hyman, Kai Simons und Marino Zerial – das Auswahlverfahren für einen Biophysiker als fünften Direktor und beriefen Jonathon Howard von der University of Washington in Seattle. Ivan Baines vervollständigte das Team im November 1999 und baute eine zentrale Infrastruktur auf, die allen Forschungsgruppen Zugang zu den neuesten Technologien ermöglichte. Der Bau des neuen Forschungsgebäudes begann 1999 auf dem Gelände des ehemaligen Straßenbahndepots an der Pfotenhauerstraße in Dresden. Das Gebäude wurde von den finnischen Architekten Heikkinen-Komonen und Henn Architekten aus München entworfen und kostete 55 Millionen Euro.

„Wie bilden Zellen Gewebe?“ – diese zentrale wissenschaftliche Fragestellung steht im Mittelpunkt der Forschung am MPI-CBG. Ziel ist es, zu verstehen, wie auf Gewebe- und Organebene neue Eigenschaften aus molekularen und zellulären Aktivitäten entstehen. Dazu müssen verschiedene biologische Skalen miteinander verknüpft werden, wobei Molekular- und Zellbiologie mit biophysikalischer Theorie, Mathematik und systemischen Ansätzen kombiniert werden. Mit diesem multiskaligen Ansatz verfolgt das MPI-CBG das Ziel, Zusammenhänge zwischen grundlegenden zellulären Prozessen und der Architektur komplexer biologischer Strukturen aufzudecken.

Das MPI-CBG war von Anfang an als völlig neue Infrastruktur konzipiert, die ein Biotechnologie-Netzwerk mit offener Zusammenarbeit zwischen Universitäten, Instituten und der Industrie bilden sollte. In Zusammenarbeit mit der Technischen Universität Dresden (TUD) wurde im April 2001 die „International Max Planck Research School for Molecular Cell Biology and Bioengineering“ gegründet. Das MPI-CBG spielte zudem eine Schlüsselrolle bei der Gründung von DRESDEN-concept im Jahr 2010, das Teil des Antrags der TUD im Exzellenzwettbewerb war. Ziel von DRESDEN-concept ist es, die Zusammenarbeit zwischen seinen Partnerinstitutionen zu stärken. Im Lauf der Jahre gründeten sich sechs Spin-off-Unternehmen auf der Grundlage von Forschungsergebnissen des MPI-CBG.

Prof. Stephan Grill, Geschäftsführender Direktor des MPI-CBG: „Unser fantastisches Institut wird 25 Jahre! Die Aufgabe zu Beginn war klar: ein neues Institut von Weltklasse in Dresden zu schaffen, mit der Vision, zu verstehen, wie Zellen Gewebe bilden. Wir haben uns mit zentralen Forschungsfragen der Molekular-, Zell- und Entwicklungsbiologie auseinandergesetzt. Wir haben eine enge Verbindung zur Physik und zum Max-Planck-Institut für Physik komplexer Systeme aufgebaut. Zusammen haben diese Bemühungen uns zu einem Leuchtturm gemacht, der Forschungsfelder verändert und in vielen wissenschaftlichen Bereichen wegweisend ist. Im Jahr 2017 haben wir unser Campusgelände um das Zentrum für Systembiologie Dresden erweitert. Ab 2018 haben wir dann einen starken Fokus auf Organoide gelegt. Und wir entwickeln uns stetig weiter. Lebende Systeme erzeugen Struktur auf allen Skalen, und Mathematik ist unerlässlich, um das Phänomen der Emergenz in Zellen und Geweben sowie über verschiedene Skalen hinweg zu entschlüsseln. Nach 25 Jahren ist dieses Institut in Bestform.“  

Michael Kretschmer, Ministerpräsident des Freistaates Sachsen: “Das Max-Planck-Institut für molekulare Zellbiologie und Genetik ist weit über die Grenzen Sachsens hinaus für seine exzellente Grundlagenforschung bekannt. Es steht für herausragende Arbeit auch dank einer engen interdisziplinären Zusammenarbeit mit weiteren Forschungseinrichtungen und Hochschulen sowie für wertvolle Erkenntnisse, die den Boden für Innovationen unter anderem in der Biomedizin und Biotechnologie bereiten. Das Institut ist ein ganz wichtiger Teil des Wissenschaftsökosystems bei uns im Freistaat Sachsen.”