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Die Begleitung aktueller Themen der öffentlichen Diskussion und die strategische Ausrichtung der Wirtschaftspolitik im Freistaat Sachsen auf Größenwachstum, Innovationskraft und Internationalisierung sind essentiell. Wir informieren Sie zu wichtigen Märkten und internationalen Entwicklungstrends.

23.08. 2019

Bombardier Bautzen liefert 30 neue Stadtbahnen an Dresdner Verkehrsbetriebe

Die Firma Bombardier Transportation GmbH wird bis 2023 insgesamt 30 Stadtbahnen an die Dresdner Verkehrsbetriebe AG (DVB) liefern. Gefertigt werden diese an den sächsischen Standorten Görlitz und Bautzen, die Anlieferung erfolgt stets aus Bautzen. Der erste Gelenkwagen wird im Sommer 2021 in Dresden erwartet. Bis zum Herbst 2023 sollen alle Fahrzeuge ausgeliefert sein.

Zur Lieferung gehört auch ein langfristiger Wartungsvertrag. Die Wagen werden zunächst auf der DVB-Linie 2 eingesetzt, später sollen sie auch auf den Linien 3 und 7 fahren.

Die Kosten pro Fahrzeug belaufen sich auf etwa 4,2 Millionen Euro. Das gesamte Investitionsvolumen einschließlich Herstellung, Service und langfristiger Wartung beträgt rund 197 Millionen Euro. Für den Kauf der Stadtbahnen reicht der Freistaat Sachsen 102,8 Millionen Euro Fördermittel aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) an die DVB aus.

„Die größere Kapazität der neuen Stadtbahnwagen benötigen wir dringend, um der schnell wachsenden Zahl unserer Fahrgäste auch in Zukunft ausreichend Platz anbieten zu können“, sagt der DVB-Vorstand für Finanzen und Technik Andreas Hemmersbach. Sein für Betrieb und Personal zuständiger Vorstandskollege Lars Seiffert erklärt: „Bei der Ausstattung kommen wir vielen Wünschen unserer Kunden nach. Barrierefreiheit ist natürlich Standard. Große Panoramafenster sorgen für eine helle Atmosphäre im Innenraum, die dynamische und energiesparende LED-Beleuchtung passt sich in Farbe und Intensität der Tageszeit an, es gibt zusätzliche Monitore zur Information, eine Klimatisierung sowie WLAN und Ladesteckdosen für Mobilgeräte.“

Die Suche nach dem passenden Hersteller begann bereits im März 2017 mit der Veröffentlichung der Anforderungen im Europäischen Amtsblatt. Insgesamt neun Anbieter aus Europa und Asien durchliefen ein mehrstufiges Auswahlverfahren. Kriterien wie Technik, Preis, Service oder Design wurden mit einem Punktesystem bewertet. In der Runde der letzten drei setzte sich schließlich die Firma Bombardier Transportation mit dem besten Gesamtpaket im Wettbewerb durch. Aufgrund der in Dresden vorgegebenen Brückentraglasten stellte sich die gewünschte größere Kapazität im Verhältnis zum Fahrzeuggewicht als schwierigste Aufgabe heraus. Im Ergebnis bekommt die DVB ein hochinnovatives Fahrzeug, das deutlich mehr Komfort und Platz für zusätzliche Fahrgäste bei nahezu gleichem Gesamtgewicht gegenüber den Vorgängermodellen aufweist. 

   

Mehr Platz im Innenraum

Die bestellten Neufahrzeuge tragen die Typbezeichnung NGT DX DD und stammen aus der FLEXITY-Baureihe des Herstellers Bombardier. Der NGT DX DD ist mit fast 45 Metern etwa so lang wie der bereits in Dresden fahrende Typ NGT D12 DD. Mit dieser Länge passt der neue Wagen an jede Haltestelle und kann auch alle Anschlüsse wahrnehmen. Er ist mit 2,65 Metern rund 35 Zentimeter breiter als die bisherigen Dresdner Fahrzeuge. Der Wagenkasten wird allerdings erst oberhalb der Bahnsteigkante breiter, sodass keine Haltestation umgebaut werden muss.

Im neuen Stadtbahnwagen finden bis zu 290 Passagiere Platz. Damit ergibt sich mit jedem NGT DX DD eine zusätzliche Kapazität für über 100 Fahrgäste. Auf den Seiten der neuen Wagen sind jeweils zwei Sitzplätze mit größerem Sitzabstand angeordnet, getrennt durch einen um fast 20 Zentimeter breiteren Mittelgang als bei den Vorgängern. Mehr und größere Türen sorgen für stressfreies Ein- und Aussteigen. In den Multifunktionsbereichen gibt es vier statt wie bisher zwei Stellplätze für Rollstühle oder Kinderwagen.

    

   

Auf den Kunden gehört

Für die Wahl der Ausstattung haben die Verkehrsbetriebe ihren Kunden genau zugehört. Viele Wünsche wurden in der Spezifikation der neuen Wagen berücksichtigt. Neben großen Panoramafenstern sorgt eine LED-Ambientebeleuchtung, die sich mit Leuchtstärke und Farbton der Tageszeit und dem Außenlicht anpasst, für eine helle Atmosphäre im Wagen. Es gibt mehr Informationsmonitore als bisher. Sie werden aus allen Positionen gut lesbar sein.

Ebenfalls neu ist der Einsatz einer ausgeklügelten Belüftungstechnik, die im Sommer auch als Klimaanlage für angenehme Temperaturen sorgt. Kostenloses WLAN und Ladsteckdosen für Mobilgeräte ergänzen das neue Angebot an die DVB-Fahrgäste. Die Fahrzeuge entsprechen zudem den neuesten Sicherheitsstandards. Beispielsweise gibt es besondere Warnleuchten, die das Schließen der Bahntüren ankündigen oder Türkameras, die den alten Rückspiegel des Fahrers ersetzen.

    

Von Bautzen nach Dresden - keine Eintagsfliege

Im ostsächsischen Bautzen werden nicht zum ersten Mal Bahnen für Dresden gebaut. Schon Anfang des 20. Jahrhunderts bestellte die Landeshauptstadt erste Straßenbahnen in der damaligen Waggonfabrik Bautzen. Anfang der 1930er Jahre wurde dann der „Große Hecht“, der wegen seiner fortschrittlichen Technik seinerzeit als eine der weltweit modernsten Straßenbahnen galt, in Bautzen montiert. Zur Zeit der DDR übernahmen andere Hersteller den Bau von Straßenbahnen für Dresden.

Als nach der Wende die alten tschechischen Tatra-Wagen zugunsten moderner Niederflurwagen abgelöst werden sollten, konnten sich die Stadtbahnbauer aus Bautzen, damals als Mitglied des „Konsortium Sachsentram“, wieder in Dresden durchsetzen. Ab 1996 wurden die ersten Wagen geliefert. Auch der nachfolgende Fahrzeugtyp mit Drehgestellen, der seit 2003 auf den DVB-Linien im Einsatz ist, stammt aus dem Werk in Ostsachsen. Insgesamt fahren heute 166 Stadtbahnen aus Bautzen in der sächsischen Landeshauptstadt. Bald kommen 30 neue hinzu...

    

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