Sicherste Flughäfen Deutschlands - Leipzig / Halle auf Siegertreppchen
Die Vereinigung Cockpit (VC) veröffentlicht den Flughafencheck 2026, in dem die Experten der VC detailliert die Sicherheitsausrüstung der DACH-Flughäfen untersuchen und bewerten. Leipzig / Halle muss dabei mit einer Gesamtnote von 1,25 den ersten Rang nur sehr knapp an München (Note 1,22) abgeben.
Auf den weiteren Spitzenplätzen folgen die Flughäfen in Zürich (Note 1,35) und Bremen (Note 1,47) Der zweite sächsische Flughafen in Dresden erhielt in der Gesamtbewertung die Note 2,1.
Im Mittelpunkt des diesjährigen Flughafenchecks stand erneut die Vermeidung sogenannter Runway Incursions – Situationen, in denen Flugzeuge oder Fahrzeuge unerlaubt auf Start- oder Landebahnen gelangen was schwerste Folgen haben kann. „Runway Incursions gehören zu den gravierendsten Sicherheitsrisiken im Flugbetrieb. München zeigt mit den dauerhaft aktivierten Stopbars, dass sich wirksame Maßnahmen unmittelbar in der Sicherheit widerspiegeln“, sagt Sven Graßmück, Leiter der Arbeitsgruppe Airport and Ground Environment der Vereinigung Cockpit. Stopbars – rote, in den Boden eingelassene Lichtsignale – bilden die letzte Sicherheitsbarriere vor einer aktiven Start- oder Landebahn. Leider verzichten viele Flughäfen aus Kostengründen weiterhin auf den durchgehenden Betrieb. Der Flughafen Leipzig / Halle setzt Stopbars bereits auf mehreren Rollwegen dauerhaft ein, aus Sicht der VC besteht jedoch noch Potenzial für eine flächendeckende Umsetzung. Daher in diesem Jahr Rang 2.
Schlusslicht des Flughafenchecks sind 2026 der Flughafen Rostock und der EuroAirport Basel Mulhouse Freiburg - mit einer Note von jeweils 3,2 gerade noch "ausreichend".
Über den VC-Flughafencheck
Die Arbeitsgruppe Airport and Ground Environment (AGE) der Vereinigung Cockpit unterzieht die deutschen Verkehrsflughäfen bereits seit 1978 einem jährlichen Sicherheitscheck. Seit 1996 werden auch Regionalflughäfen einbezogen, sofern dort nennenswerter Linienverkehr stattfindet. In Zusammenarbeit mit der Schweizer Pilotenvereinigung Aeropers umfasst die Untersuchung seit 2024 auch die Flughäfen in der Schweiz.
Als Grundlage dient ein Kriterienkatalog, der kontinuierlich an veränderte Anforderungen angepasst wird und die aus Pilotensicht sinnvolle und für optimale Sicherheit notwendige Ausrüstung von Flughäfen umfasst. Die Bewertungskriterien orientieren sich an den Vorgaben der UN-Sonderorganisation ICAO, der internationalen Pilotenvereinigung IFALPA, den Vorgaben der European Union Aviation Safety Agency (EASA) und Veröffentlichungen von Eurocontrol.
Über den Flughafen Leipzig / Halle
Der Flughafen wurde am 18. April 1927 in Betrieb genommen und hat vor allem im Bereich des Luftfrachtverkehrs internationale Bedeutung. Im Frachtbereich belegt er in Deutschland den zweiten Platz nach Frankfurt am Main. Der Flughafen dient als Basis für mehrere Frachtfluggesellschaften.
Der Flughafen Leipzig/Halle verfügt über zwei Start- und Landebahnen im Parallelbahnsystem. Beide Bahnen sind 3.600m lang und ermöglichen einen voneinander unabhängigen Betrieb.
Der Flughafen ist für planmäßige Passagierflüge von 05:30 Uhr bis 23:30 Uhr geöffnet, für Frachtflugzeuge liegt eine 24-Stunden-Betriebsgenehmigung vor.