Themenfeld Digitalisierung, Qualitätsmanagement, Dokumentation
Die im Vergleich mit anderen Branchen ausgeprägte Regulation erfordern eine starke Nutzung von Qualitätsmanagementsystemen und umfassende Dokumentations- und Nachweispflichten. Digitalisierung kann hierbei unterstützen.
Thema 1: Geschäftsprozesse
Das Netzwerk unterstützt KMU bei der digitalen Abbildung und Optimierung ihrer Geschäftsprozesse – von ERP-Systemen bis hin zu branchenspezifischen Produktionsabläufen. Besonderes Potenzial liegt in der Vernetzung bislang isolierter Insellösungen durch Schnittstellen, die Datenflüsse vereinfachen und Medienbrüche vermeiden. Damit entstehen Grundlagen für automatisierte Abläufe, effizientere Ressourcennutzung und neue Geschäftsmodelle, etwa in der Direktvermarktung oder Produktindividualisierung. Unternehmen profitieren von praxisnahen Pilotprojekten und dem Austausch über Best-Practice-Lösungen.
Thema 2: Qualitätsmanagement
Ein zukunftsorientiertes Qualitätsmanagement verbindet klassische Elemente wie Spezifikationen, Konformitätsnachweise oder Zertifizierungen (IFS, BRC) mit innovativen Ansätzen wie Predictive Quality und digital unterstützten Audits. Das Netzwerk bietet KMU-Werkzeuge und Austauschformate, um Prüfroutinen effizienter zu gestalten und Food Safety, Food Quality, Food Defense sowie Food Fraud umfassend abzusichern. Besonders berücksichtigt werden sensible Themen wie der Umgang mit Allergenen, deren Überwachung und Nachweis durch digitale Tools verbessert werden kann. So werden Qualitätsprozesse nicht nur sicherer, sondern auch ressourcenschonender und transparenter.
Thema 3: Dokumentation / Berichtswesen:
Dokumentation und Berichterstattung sind zentrale Elemente für Nachweispflichten, Lieferketten- und Herkunftsnachweise sowie Nachhaltigkeitsberichte. Das Netzwerk unterstützt KMU bei der Einführung digitaler Lösungen, die Rückverfolgbarkeit, Allergenmanagement und Nachhaltigkeitsinformationen revisionssicher und automatisiert abbilden. Innovative Ansätze wie Blockchain oder digitale Produktzwillinge schaffen zusätzliches Vertrauen bei Kunden, Handel und Behörden. Dadurch werden Aufwand und Risiken reduziert, während Unternehmen gleichzeitig ihre Wettbewerbsfähigkeit durch transparente Daten stärken.
Thema 4: Künstliche Intelligenz & Datenanalyse
Künstliche Intelligenz eröffnet KMU neue Möglichkeiten in Qualitätskontrolle und Produktionsmanagement, z. B. durch Bilderkennung zur Detektion von Fremdkörpern oder Allergenrisiken. Datenanalyse unterstützt Unternehmen bei Prognosen entlang der Lieferkette, was die Planbarkeit erhöht, und Kosten senkt. Das Netzwerk schafft Zugang zu gemeinsamen Datenpools, sicheren Testumgebungen und praxisnahen Anwendungen wie automatisierter Dokumentation oder Berichterstellung. Besondere Aufmerksamkeit gilt der Datenhoheit, Datensicherheit und Prozesssicherheit, sodass auch kleinere Unternehmen vertrauensvoll von KI-Lösungen profitieren können.,
Regulatorik
Text
Der Gesundheitsschutz ist das Ziel sämtlicher EU-Rechtsvorschriften und ‑Normen in den Bereichen Landwirtschaft, Tierzucht und Lebensmittelerzeugung. Ein umfassendes, EU-weit geltendes Gesetzeswerk erfasst die gesamte Lebensmittelherstellungs- und -verarbeitungskette in der EU sowie ein- und ausgeführte Waren.
EU-Recht zur Lebensmittelsicherheit
Speziell in der Lebensmittelindustrie spielen die Produkt- und Prozessqualität eine zentrale Rolle. Da die Ansprüche der Verbraucherinnen und Verbraucher kontinuierlich steigen, erwartet der Handel von seinen Produzenten sowie Lieferanten von Fertigerzeugnissen und Rohstoffen eine gleichbleibende Qualität: Ist der Hersteller in der Lage, ein sicheres Produkt zu liefern, das sowohl den individuellen Spezifikationen als auch den Rechtsvorschriften genügt?
TÜV Süd: Leitfaden IFS Food Zertifizierung
Die britische Verbraucherschutzorganisation British Retail Consortium (BRC) hat den „Globalen Standard für Lebensmittelsicherheit“ ins Leben gerufen, um Lebensmittelherstellern Sicherheits-, Qualitäts- und Betriebskriterien zur Erfüllung gesetzlicher Vorgaben und Verbraucherschutzvorschriften an die Hand zu geben. Auch im deutschsprachigen Raum spielt er eine wichtige Rolle, da Einzelhändler, Gastronomiebetriebe und Hersteller auf der ganzen Welt ihre Zulieferer anhand der entsprechenden Zertifizierung bewerten. Wer Produkte im britischen Handel vertreiben möchte, ist sogar dazu verpflichtet.
TÜV Süd: Leitfaden zu BRCGS for Food Safety
CSRD ist die EU-Richtlinie zur Nachhaltigkeitsberichterstattung von Unternehmen und unterstützt den Übergang zu einer grünen und nachhaltigen Wirtschaft. Die CSRD verpflichtet Unternehmen in der EU dazu, darüber zu berichten, wie sich Nachhaltigkeitsthemen auf die Unternehmen auswirken und welche Auswirkungen der Betrieb der Unternehmen auf Menschen und den Planeten hat.
Carbon Trust: Leitfaden und Checkliste zum CSRD
Das Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz (LkSG) verpflichtet Unternehmen in Deutschland (seit 2024 ab 1.000 Mitarbeitern) zur Einhaltung von Menschenrechts- und Umweltstandards in ihrer gesamten Lieferkette. Sie müssen ein Risikomanagement einrichten, Risikoanalysen durchführen, Präventionsmaßnahmen treffen und Beschwerde-Mechanismen einrichten, um Verstöße zu verhindern.
Wikipedia: Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz (LkSG)
Die KRITIS-Verordnung (BSI-KritisV) definiert in Deutschland, welche Anlagen in Sektoren wie Energie, Wasser, Gesundheit und Finanzwesen als kritische Infrastrukturen gelten, deren Ausfall zu Versorgungsengpässen führen würde. Betreiber müssen strenge IT-Sicherheitsstandards nach § 8a BSIG umsetzen, Sicherheitsvorfälle an das BSI melden und Prüfungen nachweisen.
BSI: Kritische Infrastrukturen (KRITIS)