Themenfeld Verpackungsmaterialien & Verpackungstechnik
Verpackungen kommt eine entscheidende Bedeutung bei der Vermeidung von Lebensmittelverlusten zu. Der hohe Ressourceneinsatz für Verpackungen und die relativ geringe Nutzungsdauer verlangen nach Kreislaufkonzepten.
Thema 1: Neue Verpackungsmaterialien und -konzepte
- Einstoffsysteme (Monomaterialien), Recyclingfähigkeit, Herausforderungen und Lösung zu ihrer Verarbeitung
- Rezyklatqualitäten / Rezyklateinsatz in polymeren Verpackungsmaterialien (Charakterisierung, Standardisierung, Informationsführung, Materialherstellung, Fehlerbehebung)
- Alternative Rohstoffe in faserbasierten Verpackungsmaterialien (Rohstoffquellen, -eigenschaften, Eigenschaftsprädiktion und -datenbasis)
- Funktionsbeschichtungen und Oberflächen für Verpackungsmaterialien aus nachwachsenden Rohstoffen (Beschichtungssysteme und Materialien, Funktionen, Eigenschaften, Verarbeitbarkeit)
- Methoden in Verpackungsdesign und -optimierung, modellgestützte Materialminimierung, Verfalls- und Shelf Life Modeling, funktions- und produktionssicherer Verpackungsentwurf
- Trennbare Verpackungssysteme (Sortenreinheit durch Separationsmechnismus)
- Mehrwegsysteme, Umlauffähigkeit, Zyklen, Materialien, Kreislaufgestaltung
- Rezyklierbarkeit (mit div. Netzwerkpartnern) und Bioabbaubarkeit (Fraunhofer-Netzwerkpartner) neuer Materialien
- Neue Kenngrößen für offline Qualitätsmanagement, Prüfmethodik, Materialspezifik, Praktikabilität, Standardi-sierung, Übernahme in Spezifikationen, Digitale Führung
Thema 2: Prozessentwicklung
- Technologieentwicklungen, neue Wirkungen, Werkzeugentwicklungen und Erkenntnisse in
- der Formherstellung polymerer und faserbasierter Verpackungen (3D-Umformtechnik Papier, Fasergusstechnik, Prägetechnik, Thermoformen, Spritzguss, Schlauchformen etc.)
- Fügetechnik zum Verschließen der Verpackung (Wirkprinzipien / Materialeignung)
- Schneidtechnik (Warmschnitt)
- Ausgestaltung und Integration von Komponenten und Baugruppen in Produktionsskalen inkl. Retrofitansätzen
- Qualitätskenngrößen für Prozessergebnis, Merkmale, Bestimmung und Ursachen für Defekte
Thema 3: Digitale Wertschöpfung
- Inline-Monitoring Strategien (Sensorik, Methoden zur Signalverarbeitung und -auswertung, prozessnahe Kenngrößen, direkte und indirekte Überwachung, kombinierter Einsatz zur Qualitätsüberwachung)
- Prozessmodelle (unter Verwendung von KI) zur Beherrschung materialimmanenter Varianzen
- Potenziale durch Datenaustausch über die Wertschöpfungskette, Datenschnittstellen, Datenformate und -räume für Verpackungskreisläufe (ggf. mit diversen Netzwerkpartnern)
Thema 4: Verpackungsregulatorik, Konformität
- Konformität mit dem Regelwerk Lebensmittelsicherheit (Aktuelle Entwicklungen, Analytik, Materialien, Ursachen)
- Nachhaltigkeitstrends, -konzepte und -bewertung (Ökobilanzierung komparativ, prädiktiv)
- Regulatorik (PPWR, SUPD) Fortentwicklung, Implikation und Konformität, Deutung und Bedeutung neuer Regelungen (Casa 2030)
Regulatorik
In entsprechenden Informationsformaten unterstützt das Themengebiet den Wissenstransfer.
Das deutsche Verpackungsgesetz (VerpackG) setzt die europäische Verpackungsrichtlinie 94/62/EG in deutsches Recht um. Es regelt das Inverkehrbringen von Verpackungen sowie die Rücknahme und hochwertige Verwertung von Verpackungsabfällen. Das Gesetz löste 2019 die bestehende Verpackungsverordnung (VerpackV) ab und wurde schon mehrfach novelliert. Das aktuelle VerpackG3 gilt seit dem 16. Mai 2023.
VerpackG
Die EU-Verpackungsverordnung (Packaging and Packaging Waste Regulation, PPWR) ist ein neues, direkt geltendes EU-Regelwerk, das bis 2040 Verpackungsabfälle deutlich reduzieren, die Kreislaufwirtschaft fördern und Recyclingfähigkeit zur Pflicht machen will. Sie betrifft Hersteller, Händler und Importeure, setzt Mindestrezyklatanteile fest, fördert Mehrwegsysteme und tritt voraussichtlich 2026 in Kraft.
IHK zu Dortmund: Europäische Verpackungsverordnung (PPWR)