Textil, Papier, Fasern und Holz

Für die Textil- und Papierindustrie ist der Einsatz biobasierter Rohstoffe alltäglich. Ob Pflanzenfasern wie Leinen oder Baumwolle, ob tierische Produkte wie Wolle, Seide oder Leder. Auch in der Bauindustrie können nachwachsende Rohstoffe zunehmend mit guten Materialeigenschaften punkten.

Platzhalterbild Naturfasern
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Natürliche Farbstoffe für Textilien & mehr

Petrolchemisch erzeugte Farbstoffe will die biotopa gGmbH aus Radeberg durch die Verwendung natürlicher Farbstoffe ablösen. Ziel ist es, durch den Einsatz umweltfreundlicher Alternativen sowohl die Belastung von Gewässern zu reduzieren als auch die Ansammlung langlebiger Schadstoffe in der Umwelt zu vermeiden. Dafür setzt das Unternehmen auf alte Färbetechniken mit Fruchtkörpern von Pilzen, die künftig für Textilien, Kosmetik und Lebensmittel genutzt werden sollen. Als verwendbare Pilze wurden bereits der Schwefelporling und der Grünspanbecherling identifiziert. Zudem sind die Pilze ganzjährig nutzbar und damit auch nachhaltige Produzenten für den Bioreaktor.

biotopa gGmbH

Faserhanf als Rohstoff

Auf das Potenzial von Hanf für eine regionale, zukunftsfähige Faserproduktion für die Bekleidungsindustrie setzt die Farmhus GmbH im Roßwein. Dabei überzeugt Hanf durch zahlreiche ökologische Vorteile: Die Pflanze wächst ohne künstliche Bewässerung, benötigt keine Pflanzenschutzmittel und kann nahezu überall in Mitteleuropa angebaut werden. Zudem lässt sich Hanf in europäischen Spinnereien und Webereien weiterverarbeiten – ein entscheidender Schritt hin zu kurzen, transparenten und regionalen Lieferketten. Im Rahmen des Projekts konnte Farmhus im letzten Jahr die Praxistauglichkeit seines Feldentholzungsverfahrens für Faserhanf unter Beweis stellen. Von der Grünentbastung verspricht man sich, dass die Fasern in voller Länge und unbeschädigt für die Weiterberarbeitung zur Verfügung stehen. Dadurch können feinere Garnqualitäten hergestellt werden. Mit dem deutsche Hosenspezialist MAC JEANS ist ein engagierter Partner dabei, der den ökologischen Fußabdruck seiner Produktion deutlich reduzieren und den Einsatz nachhaltiger Alternativen zu konventioneller Baumwolle in der Textilindustrie zielstrebig vorantreibt.

Farmhus GmbH

Aus 100% Altpapier

Die Schönfelder Papierfabrik GmbH aus Annaberg-Buchholz produziert aus 100% Altpapier ein umfangreiches Sortiment an hochwertigen Recycling-, Verpackungs- und Briefumschlagpapieren. Im letzten Jahr hat das Unternehmen ein neues Biomasseheizkraftwerk eingeweiht, das künftig Dampf und Strom für die Papierproduktion erzeugt. Damit wird vom fossilen Brennstoff Braunkohle auf Biomasse umgestellt, wobei ausschließlich regionale und zertifizierte Resthölzer zum Einsatz kommen, die andernfalls keiner stofflichen Nutzung zugeführt werden könnten. Mit dem neuen Heizkraftwerk und dem Bezug von Ökostrom nimmt die Schönfelder Papierfabrik eine Vorreiterrolle innerhalb der deutschen Papierindustrie ein. 

Schönfelder Papierfabrik GmbH

Oberflächen aus Birkenrinde

Die nevi GmbH hat sich auf die Verarbeitung von Birkenrinde für die Bauwelt spezialisiert. Das Unternehmen aus Görlitz entwickelt aus der heimischen Baumart ansprechende Furniere, Griffe und Möbeloberflächen. Der Rohstoff Birkenrinde wird von Hand geerntet und regional nachhaltig genutzt. Aktuell entwickelt nevi gemeinsam mit dem Fraunhofer-Institut für Mikrostruktur von Werkstoffen und Systemen IMWS ein Klebesystem mit bis zu 90 Prozent biogenen Inhaltsstoffen.

nevi GmbH

Holzleichtbau im Fokus

Mit dem Thema „Nachhaltige Logistiklösungen in Holzleichtbauweise für eine klimaneutrale und ressourcenschonende Produktion“ beschäftigt sich die ligenium GmbH aus Chemnitz. Sie hat u. a. ein flexibles Baukastensystem für interne und externe Transportlösungen, robuste und faltbare Kleinladungsträger aus Holz, Palettenfahr- und Maschinengestelle sowie Schutzeinhausungen für Maschinen entwickelt. „Holz zeigt uns jeden Tag, dass Hochleistung und Nachhaltigkeit kein Widerspruch sind. Im Maschinenbau wie auch in der Logistik bietet der Werkstoff enorme Potenziale, Ressourcen zu schonen und gleichzeitig wirtschaftliche Vorteile zu realisieren“, erläutert Christoph Alt, Geschäftsführer der Chemnitzer ligenium GmbH die Philosophie des Unternehmens.

ligenium GmbH