Ab 2030 liefert die Elbe Industriewasser für Dresdens Chip-Werke

Heute hat SachsenEnergie gemeinsam mit dem Freistaat Sachsen und der Landeshauptstadt Dresden symbolisch den Spaten an das Planungs- und Bauunternehmen HOCHTIEF übergeben. Ab 2030 soll ein Flusswasserwerk den größten europäischen Halbleitercluster im Dresdner Norden mit Industriewasser versorgen.

Ziel ist es, die Trinkwasserversorgung von der industriellen Nutzung nachhaltig zu trennen und beide Systeme zukunftssicher aufzustellen.

Dirk Panter, Sächsischer Staatsminister für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Klimaschutz: „Mit bis zu 100 Millionen Euro Förderung setzt der Freistaat Sachsen ein klares Signal: Wir stärken Europas bedeutendsten Mikroelektronikstandort und schaffen die Grundlage für weiteres strategisches Wachstum, Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit. Gleichzeitig zeigt dieses Projekt im Schulterschluss mit der Stadt Dresden und Versorgern wie SachsenEnergie, dass große Industrieansiedlungen nur mit einer leistungsfähigen Wasser-, Energie- und Verkehrsinfrastruktur erfolgreich sind – und dass solche Zukunftsprojekte in Deutschland umsetzbar sind.“

  • Geschlossener Wasserkreislauf: Wasser fließt gereinigt zurück in die Elbe

Um die Wasserversorgung sowohl für Bevölkerung als auch für die Industrie zukunftssicher aufzustellen, trennt SachsenEnergie seit 2023 in mehreren Schritten die Trinkwasserversorgung von der Versorgung mit Industriewasser. Das Flusswasserwerk entsteht im Gewerbegebiet Übigau und beliefert ab Ende 2030 über zwei neue Leitungen die Chip-Hersteller im Dresdner Norden. In Spitzenzeiten kann die Anlage täglich bis zu 67.000 Kubikmeter Wasser bereitstellen und auch die Erweiterungsfähigkeit wurde vorausgedacht. Rund 80 Prozent des genutzten Wassers fließt gereinigt über die Stadtentwässerung zurück in die Elbe. Somit werden selbst bei Niedrigwasser der Elbe weniger als 0,23 Prozent des Wassers entnommen, das täglich pro Sekunde durch Dresden fließt.  

  • Das sind die nächsten baulichen Schritte

Die Baugrunduntersuchungen für das neue Flusswasserwerk sind größtenteils abgeschlossen. In einem nächsten Schritt wird die Landestalsperrenverwaltung den Hochwasserschutzdeich in Übigau ertüchtigen. Nach Vorliegen der nötigen Genehmigungen und Detailplanung erfolgt anschließend der Baustart. Die Arbeiten zum Bau der Transportleitungen, die das Wasser in den Norden leiten, laufen bereits seit 2024. 

  • Klare Finanzierung: Keine Belastung für Haushaltskunden

Die Gesamtkosten für das System der Industriewasserversorgung, inklusive Transportleitungen, liegen nach derzeitigem Stand bei über 300 Millionen Euro und werden zu großen Teilen von SachsenEnergie übernommen. Die Landeshauptstadt Dresden und der Freistaat Sachsen beteiligen sich mit 150 Millionen Euro. Bis zur Inbetriebnahme des Flusswasserwerkes 2030 wird der steigende Wasserbedarf der Industrie durch eigenwirtschaftliche Investitionsmaßnahmen in die Trinkwasser-Infrastruktur seitens SachsenEnergie gedeckt. Haushaltskunden tragen keine Kosten, die der Produktion von Industriewasser zuzurechnen sind. SachsenEnergie legt die Ausgaben für die beiden getrennten Versorgungssysteme der Industrie- und Trinkwasserversorgung verursachergerecht um. 

  • Projekt mit Signalwirkung über Dresden hinaus

Der Bau des Flusswasserwerkes stößt auch international auf Interesse. Der Vorstandsvorsitzender der SachsenEnergie, Dr. Frank Brinkmann, betont die Nachhaltigkeit des Projekts: „Wir wollen nicht nur aktuelle Bedarfe decken, sondern die Grundlage für ein resilientes Industriecluster mit einer stabilen Versorgungsinfrastruktur schaffen, die weitere Ansiedlungen in der Zukunft ermöglicht. Unsere Erfahrungen werden bereits von anderen Regionen in Deutschland und Europa nachgefragt.“ Anfragen kommen unter anderem aus den Niederlanden und Frankreich. Das Projekt kann damit als Vorbild für andere Industriestandorte europaweit dienen.