Silicon Saxony Days: Sachsens Hightech-Sektor wächst gegen den Bundestrend

Sachsens Hightech-Industrie setzt ihren Wachstumskurs fort. Die Zahl der Beschäftigten im Mikroelektronik- und IKT-Sektor ist auf rund 82.500 Beschäftigte gestiegen.

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Besonders bemerkenswert ist die Entwicklung vor dem Hintergrund der gesamtwirtschaftlichen Lage. Während Deutschland wirtschaftlich auf der Stelle tritt, wächst Sachsens Mikroelektronik- und Softwareindustrie weiter und schafft zusätzliche Arbeitsplätze. Damit bestätigt die Branche ihre Rolle als einer der wichtigsten Wachstumsmotoren des Freistaates. “Die aktuelle Entwicklung unterstreicht die langfristige Attraktivität des Standorts. Gleichzeitig stehen wir erst am Anfang einer neuen Wachstumsphase. Zahlreiche Investitionen entlang der gesamten Wertschöpfungskette sowie die zunehmende Bedeutung von Künstlicher Intelligenz, Digitalisierung und technologischer Souveränität eröffnen zusätzliche Perspektiven für die kommenden Jahre”, so Prof. Dr. Frank Schönefeld, Vorsitzender des Präsidiums von Silicon Saxony anlässlich der 20. Silicon Saxony Days, die vom 15. bis 17. Juni in Dresden stattfinden. 

Erwartet werden über 2.000 Teilnehmer und 14 Wirtschafts- und Innovationsdelegationen aus Europa, Nordamerika und Asien. Taiwan ist in diesem Jahr Special Partner. Dabei markiert der Start des Deutsch-Taiwanischen Wirtschaftsnetzwerks einen weiteren Schritt beim Ausbau strategischer Partnerschaften zwischen beiden Technologiestandorten.

Investitionswelle im Zulieferer-Mittelstand

Das Wachstum von 81.000 auf 82.500 Beschäftigte ist kein Zufall, sondern Ausdruck einer breiter werdenden Investitionsdynamik im Silicon Saxony-Ökosystem. Neben den großen Fabrikprojekten investieren zunehmend auch mittelständische Unternehmen entlang der gesamten Halbleiterwertschöpfungskette in neue Standorte, Kapazitäten und Dienstleistungen. Dazu zählen u.a. Anbieter von Reinraum- und Fabrikinfrastruktur, Spezialgasen, Chemikalienversorgung, Messtechnik, Automatisierung, Robotik, Abgas- und Abwasserbehandlung sowie industrielle KI-Lösungen. Allein in den vergangenen Monaten haben Unternehmen wie Air Liquide, Exyte, Sempa Systems, InSeCoTec (Teil des japanischen Murata Machinery-Netzwerks), Mitutoyo Europe, MIC Marketech International Corp., Taiwan Puritic Corp., Onto Innovation, SMC Corporation, EBARA Precision Machinery Europe, VOXCLEAN sowie Innowave Tech und weitere internationale Zulieferer ihre Präsenz in Sachsen ausgebaut oder neue Aktivitäten angekündigt. Die Investitionen zeigen, dass sich die Wachstumsimpulse längst nicht mehr auf die Chipfertigung selbst beschränken, sondern zunehmend das gesamte industrielle Ökosystem erfassen.

“Die Entwicklung belegt, dass Silicon Saxony weit mehr ist als die Summe einzelner Fabriken. Rund um die großen Ansiedlungen wächst ein immer dichteres Netzwerk aus spezialisierten Technologieunternehmen, Zulieferern und Dienstleistern. Genau diese Breite der Wertschöpfung macht den Standort resilient und schafft zusätzliche Arbeitsplätze weit über die eigentliche Chipproduktion hinaus”, sagt René Reichardt, Geschäftsführer DAS Environmental Expert GmbH.

Wachsende Bedeutung des Silicon Saxony-Clusters

Vor dem Hintergrund geopolitischer Spannungen, des globalen Wettlaufs um KI-Infrastrukturen und der Diskussion um einen künftigen EU-Chips Act 2.0 gewinnt die Rolle von Europas führendem Halbleitercluster weiter an Bedeutung. Sachsen profitiert dabei von einer einzigartigen Kombination aus industrieller Fertigungskompetenz, exzellenter Forschung, wachsender Softwarekompetenz und einer hohen internationalen Vernetzung. “Wer über Europas Wettbewerbsfähigkeit, Künstliche Intelligenz und technologische Souveränität spricht, muss auch über Halbleiter und Software sprechen. Und wer über Halbleiter und Software spricht, kommt an Silicon Saxony nicht vorbei”, so Frank Bösenberg, Geschäftsführer von Silicon Saxony.

Barkhausen Institut reicht Antrag für nationales Kompetenzzentrum Chipdesign ein

Das Barkhausen Institut hat gemeinsam mit vier Partnern aus Wissenschaft und Forschung einen Antrag beim Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) eingereicht, um in Sachsen den Hub ChipDE-Digital, einen der fünf geplanten Design-Hubs des neuen nationalen Kompetenzzentrums Chipdesign (ChipDE) für digitale Chips, zu etablieren. Das Zentrum soll ab 2027 Hochschulen, Forschungseinrichtungen, Start-ups und Unternehmen beim Chipdesign unterstützen. Durch den Zugang zu modernen Entwicklungswerkzeugen, europäischen Designplattformen und Expertenwissen könnten die Kosten und Einstiegshürden für neue Chip Entwürfe erheblich gesenkt werden.   

„Hier ergibt sich eine besondere Chance für Sachsen“, erklärt Prof. Dr. Gerhard Fettweis, Gründer des Barkhausen Instituts und Koordinator des neuen Projektes am Rande der Silicon Saxony Days. „Mit Silicon Saxony zählt der Freistaat schon heute zu einem der führenden Mikroelektronikstandorten Europas. Mit dem konsequenten Aufbau von Kompetenzen im Chipdesign kann Sachsen seine starke Marktposition langfristig festigen und über die Chipproduktion hinaus erweitern.“ 

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