Neues „3D-Druck“-Labor an der HTWK Leipzig eingeweiht
Am 10. Juni wurde an der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig (HTWK Leipzig) das „Additive Multimaterial Manufacturing (AM³)"-Labor feierlich eröffnet.
Seit vielen Jahren treiben Wissenschaftler der HTWK Leipzig in zahlreichen Forschungsprojekten verschiedener Fachrichtungen die additive Fertigung voran. Bei dem auch als 3D-Druck bezeichneten Fertigungsverfahren werden aus digitalen Konstruktionsdaten dreidimensionale Objekte durch einen schichtweisen Materialauftrag aufgebaut, statt sie aus einem Block herauszuschneiden oder sie in Form zu gießen. Kürzlich stellte die HTWK Leipzig dazu ihren neuen Studiengang „3D-Druck & Funktionale Oberflächen“ vor, der im Wintersemester 2026 / 2027 startet. Nun wurde gestern dazu ein neues Forschungslabor eingeweiht.
Das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderte AM³-Labor bildet die Basis für die Forschung an vollintegrierten Fertigungsprozessen mit verschiedenen Materialien – mit Anwendungen in Wirtschaftszweigen wie Maschinen- und Anlagenbau, gedruckter Elektronik oder medizinischer Sensorik und Diagnostik. Herzstück der neuen Forschungsumgebung ist ein Bio-Printer der neuesten Generation. „Dieser Drucker eröffnet völlig neue Möglichkeiten im funktionalen 3D-Druck, weil er mehrere Materialien und Prozesse gleichzeitig kombinieren kann“, erklärt Ingo Reinhold, Professor für Beschichtungsprozesse an der HTWK Leipzig. Durch verschiedene austauschbare Druckköpfe lassen sich innerhalb einer einzigen Schicht unterschiedliche Werkstoffe gezielt platzieren – eine Voraussetzung für intelligente, multifunktionale Bauteile. „Wir drucken nicht mehr nur Geometrien – wir drucken Funktionen“, fasst Reinhold die Innovation zusammen.
Neben dem Bio-Printer befinden sich im neuen AM³-Labor zwei weitere von der DFG geförderte Großforschungsgeräte: Zum einen ein hochflexibler, pulverbasierter Polymer-3D-Drucker, der durch die Kombination aus Pulver- und Tinteneigenschaften höchst flexibel ist und sich für die Entwicklung neuer Materialienkombinationen und Prozesse eignet. Zum anderen eine Pulverscherzelle, ein Analysegerät, mit einer Klimakammer für die präzise Bestimmung von Materialeigenschaften von Pulvern. Gemeinsam bilden die drei Großgeräte eine durchgängige Prozesskette von der Materialentwicklung bis zum fertigen Bauteil.