9. Interdisziplinäres Fahrzeugkolloqium in Bautzen

Die Anforderungen an Innenräume von Fahrzeugen wachsen stetig - egal ob auf der Straße, der Schiene, dem Wasser oder in der Luft. Diesen Themen und aktuellen Trends widmete sich das 9. Interdisziplinäre Fahrzeugkolloquium am 2. Juni 2026 im Technologie- und Gründerzentrum Bautzen GmbH (TGZ).

Erneut war das Kolloquium für die über 30 Teilnehmer eine ideale Plattform für den Erfahrungsaustausch. Vertreter von Netzwerken und Instituten sowie Hersteller und Zulieferer von Auf- und Innenausbauten hatten die Möglichkeit, Anforderungen und Lösungsansätze zu neuen Forschungs- und Prüfthemen sowie relevante Neuigkeiten vorzustellen und anschließend zu diskutieren.

Fahrzeuginterieur: Nachnutzung in Möbeln und Brandschutz auf See

Andreas Bergner vom Netzwerk Automobilzulieferer Sachsen (AMZ) stellte konkrete Ergebnisse und Mehrwerte aus dem Verbundprojekt InSuM - Interior Hub Automotive – Matchmaking im Fahrzeuginnenraum vor. Das Projekt ZirkIn, dass sich mit zirkularem Fahrzeuginterieur und der Nachnutzung in Möbeln beschäftigt, präsentierte Kevin Unnasch vom Fraunhofer-Institut für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik IWU.

Nachhaltige Materialien, ansprechende Optik und Haptik bei optimaler Integration elektronischer Funktions- und Informationssysteme sind in Fahrzeuginnenräumen genauso wichtig wie steigende Sicherheitsstandards z. B. beim Brandschutz. Speziell den Brandschutzanforderungen in den Innenräumen auf See widmete sich der Vortrag von Helge Thielbein von der Deutsche Werkstätten Hellerau GmbH. Auch die Sicherheits- und Verteidigungsindustrie spielte eine Rolle. Uwe Müller von der WFS erläuterte Möglichkeiten für den Einstieg in die Lieferkette. 

Workshop thematisiert Rolle des Zulieferers

Praktisch wurde es im Workshop „Aktuelle Trends im Interieur - Die Rolle des Zulieferers in der Supply Chain von morgen“. Beim interdisziplinären Arbeiten mit Hans-Andreas Fein, Unternehmensberatung für Automobilzulieferer und Fabrikausrüster, ging es u.a. um den Blick in die Zukunft und die Frage: Wann wird ein neuer Lieferant fürs Interieur interessant und wie bleibt er es auch? Dabei diskutierten die Teilnehmer, wann sich das rechnet, welche Kompetenzen als Zulieferer gefragt sind und wie es gelingt, eine bestimmte Rolle in der Supply Chain zu übernehmen.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die größten Innovationspotenziale dort entstehen, wo unterschiedliche Branchen aufeinandertreffen und diese Potenziale der branchenübergreifenden Vernetzung noch stärker genutzt werden sollten. Innenräume werden zum Alleinstellungsmerkmal für Fahrzeuge und damit immer wichtiger für die Hersteller. Zulieferer sollten nach versteckte Potentialen und Kompetenzen in der eigenen Firma suchen.

Betriebsführung bei Alstom

Bei der anschließenden Betriebsführung bei Alstom gab es einen Einblick in die moderne Schienenfahrzeugproduktion und in die Methoden der Qualitätssicherung und hochkomplexer Logistikketten.  Interessant war es auch, zu sehen, wie mit Methoden aus der Automotive-Welt Herausforderungen der Bahnindustrie gelöst werden.

Organisiert wurde das Fahrzeugkolloqium von der WFS in Zusammenarbeit mit dem Institut für Holztechnologie Dresden gGmbH (IHD) und dem Automobilnetzwerk AMZ.

Kontakt

Dr. André Günther

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