Sachsens Forscher - Immer die Zukunft im Blick

Im Rahmen des Exzellenzclusters „cfaed“ wird auch an der Echtzeit-Interaktion von Robotern und Menschen geforscht. „Versuchsobjekt“ ist ein gestengesteuerter NAO-Roboter (im Bild), der zukünftig zum Beispiel im Haushalt helfen könnte.

Quelle: Technische Universität Dresden / cfaed / 5G Lab Germany, Foto: Matthias Hahndorf

Exzellente Hochschulforschung

Sächsische Mediziner und Biotechnologen lernen am Zentrum für Regenerative Therapien Dresden (CRTD) der Technischen Universität Dresden vom „Axolotl“, das ist ein mexikanischer Schwanzlurch, wie man Organe und Gliedmaßen wieder neu wachsen lassen kann. 

Das CRTD ist nicht der einzige „Exzellenzcluster“ – ein von der Bundesregierung gefördertes Forschungszentrum – in Sachsen. Buchstäblich als „Pfadfinder“ verstehen sich die 57 Wissenschaftler des weltweit einzigartigen „Center for Advancing Electronics Dresden (cfaed)“. Mehrere parallele und interdisziplinäre „Forschungspfade“ (z. B. material- oder systemorientiert) sollen an den Technischen Universitäten Dresden, Chemnitz und den neun beteiligten außeruniversitären Forschungsinstituten zu einem gemeinsamen Ziel führen – der Entwicklung innovativer Informationstechnologien für die Anforderungen der Zukunft.

Im Rahmen von „cfaed“ wird auch an der Echtzeit-Interaktion von Robotern und Menschen geforscht. „Versuchsobjekt" ist ein gestengesteuerter NAO-Roboter, der zukünftig zum Beispiel im Haushalt helfen könnte.

Auch die Technische Universität Chemnitz ist „exzellent“ – mit ihrem Cluster „Technologiefusion für multifunktionale Leichtbaustrukturen (MERGE)“. "MERGE" ist deutschlandweit der einzige interdisziplinäre Cluster auf dem zukunftsweisenden Technologiefeld Leichtbau. Die im Rahmen von „MERGE“ entwickelten Technologien sollen bis 2017 in einen Systemdemonstrator – das „Chemnitz Car Concept“ – einfließen. Teil der neuen Sitzstruktur ist dabei eine leichte und komfortable Kopfstütze, die in Multimaterial-Leichtbaudesign aus Kunststoff und textilen Verstärkungsstrukturen hergestellt wurde.

"InEco®" - Elektroauto entwickelt vom Institut für Leichtbau und Kunststofftechnik (ILK) der Technischen Universität Dresden gemeinsam mit der Leichtbau-Zentrum Sachsen GmbH und der ThyssenKrupp AG

Quelle: Technische Universität Dresden / Institut für Leichtbau und Kunststofftechnik (ILK)

Intelligente Lösungen für den Alltag der Zukunft

  • Das Elektroauto der Zukunft

...ist leicht, leistungsfähig und bezahlbar.

Wissenschaftler des Instituts für Leichtbau und Kunststofftechnik (ILK) der Technischen Universität Dresden haben gemeinsam mit Experten der Leichtbau-Zentrum Sachsen GmbH und der ThyssenKrupp AG ein serienfähiges, ultraleichtes und alltagstaugliches Elektroauto entwickelt. Das Projektfahrzeug „InEco®“ wiegt weniger als 900 Kilogramm und soll vor allem Kurzstreckenfahrer in urbanen Ballungszentren begeistern. Besonders innovativ ist die Mischung aus crashkompatiblem Stahl und leichtem kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff in Karosserie und Chassis. 

Mit dem „INNVELO® Three“ hat das ICM – Institut Chemnitzer Maschinen- und Anlagenbau e. V. gemeinsam mit Partnern aus Sachsen ein dreirädriges, leichtes Elektrofahrzeug entwickelt, das für individuelle Fahrten in Ballungszentren und die Nutzung im kleingewerblichen Bereich konzipiert wurde. Das Fahrzeug verbindet die Vorteile eines Elektrofahrrads (leicht, kostengünstig) mit denen eines Elektroautos (Komfort, Reichweite, Geschwindigkeit).

  • Die "klingende" Wohnzimmertapete

In Chemnitz wird Druck gemacht. Natürlich nicht im herkömmlichen Sinn. Forscher am Institut für Print- und Medientechnik (IPM) der Technischen Universität Chemnitz drucken Transistoren und Batterien, Lautsprecher und Solarzellen auf flexible Kunststoff-Folien oder sogar Papier – kostengünstig, farbig bedruck- und frei formbar. Die zukünftigen Anwendungsfelder sind vielfältig – von der „klingenden“ Wohnzimmertapete über die zeitsparende „Ein-Piep-Registrierung“ der Waren an der Supermarkt-Kasse mittels RFID-Etiketten bis hin zum Einsatz in „Smart Textiles“, die den Gesundheitszustand ihres Trägers überwachen.

  • Fahren mit virtuellem Chauffeur

Den entscheidenden Schritt zur Realisierung der Vision vom autonomen Fahren leiten künftig vor allem die Nachrichtentechniker ein. Führend sind auf diesem Gebiet Forscher der TU Dresden um Professor Fettweis. Sie arbeiten im Exzellenzcluster „Center for Advancing Electronics Dresden (cfaed)“ und im „5G Lab Germany“ am „taktilen Internet“. Diese nächste Generation des drahtlosen Netzes wird die Echtzeit-Übertragung von großen Datenmengen und so auch das Zeitalter des fahrerlosen Fahrens ermöglichen. Ein aktuelles Forschungsergebnis ist „Tomahawk 2“ – ein Mikrochip, der zwanzigmal schneller arbeitet als vergleichbare Chips und dabei nur ein Fünfzigstel der Energie verbraucht. 

  • Eine Tür als Klangkörper

So klingt Zukunftsmusik, wenn es nach den Forschern im „Zwanzig20“-Forschungsprojekt „smart³ I materials – solutions –growth“ geht: Aus einer Pkw-Tür ertönt Musik, ohne dass ein Lautsprecher eingebaut ist. Eine hauchdünne Folie reagiert auf elektrische Impulse eines MP3-Players ähnlich wie eine Lautsprechermembran mit Schwingungen, als Klangkörper dient die Tür selbst.

Wir stehen zu Sachsen

Prof. Ezio Bonifacio

Direktor, Zentrum für Regenerative Therapien Dresden – CRTD an der Technischen Universität Dresden

"Nach Stationen in London, im australischen Perth und in Mailand kam ich 2007 nach Dresden. Am CRTD fand ich die perfekte Umgebung für meine Forschungsarbeiten. Bei der Entwicklung regenerativer Therapien profitieren wir stark vom interdisziplinären Austausch. Das gilt am Institut ebenso wie innerhalb der Wissenschaftsgemeinschaft in der Stadt."

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Erfolgsgeschichten

Netzwerk HZwo an der TU Chemnitz - Dem Brennstoffzellenantrieb zum Durchbruch verhelfen

An alternativen Antrieben für eine ökonomisch wie ökologisch sinnvolle Mobilität wird an vielen deutschen Hochschulen und Instituten geforscht. Bricht man das Thema auf den Brennstoffzellenantrieb herunter, dann landet man bei etwa einer Handvoll Einrichtungen. Zu ihnen gehört die TU Chemnitz. Hier hat Prof. Dr. Thomas von Unwerth 2010 mit dem Aufbau der Professur für Alternative Fahrzeugantriebe begonnen und das Thema Wasserstoff-Brennstoffzellenantrieb in den Vordergrund gerückt. Zu diesem Zeitpunkt konnte er bereits auf ein Jahrzehnt Erfahrung auf diesem Gebiet verweisen. Diese Kompetenz hat er sich in der Konzernforschung von Volkswagen erworben und beispielsweise am Aufbau einer Brennstoffzellen-Fahrzeugflotte für die Olympischen Spiele 2008 in China mitgearbeitet.

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