Sachsens Fahrradbranche: Ausgewählte Firmen

SACHSENS FAHRRADWIRTSCHAFT AUF DER ÜBERHOLSPUR

Sachsen gilt seit über 120 Jahren als einer der wichtigen Standorte für die deutsche Fahrradwirtschaft – gestützt auf Traditionen und Innovationen, Ingenieurskunst und handwerkliche Präzision. 

Diamant Fahrradwerke GmbH

Quelle: Diamant Fahrradwerke GmbH

Diamant: Durch Qualität im Zweiradsektor behauptet

Mit Erfindungen wie der Doppelrollenkette, Rennlegenden wie dem "Diamantrad 67" und Klassikern wie dem Damenrad „Topas“ haben sie Fahrradgeschichte geschrieben. Heute gehört die Diamant Fahrradwerke GmbH aus Hartmannsdorf bei Chemnitz zu den größten und ältesten Fahrradherstellern in Deutschland. Rund 330.000 Zweiräder stellt das Unter-nehmen pro Jahr her, etwa ein Drittel davon mit Elektroantrieb. Geplant ist, den täglichen Produktionsausstoß in nächster Zeit noch einmal deutlich zu steigern. Weltweit bekannt sind die Produkte aus dem Hause Diamant vor allem für ihre besondere Fertigungsqualität und ihre sportlichen Qualitäten.

Dieser Anspruch gilt bereits seit über 125 Jahren: 1885 gründeten die Brüder Friedrich und Wilhelm Nevoigt nahe Chemnitz ihr erstes gemeinsames Unternehmen, das sich zunächst ganz auf Wirkmaschinen spezialisierte. Zehn Jahre später brachten die Nevoigts ihr erstes Diamant-Fahrrad auf den Markt und begannen damit eine sächsische Erfolgsstory. In den folgenden Dekaden bestimmte das Unternehmen mit seinen Innovationen die Branchenstandards mit. Zweiräder mit dem berühmten Logo waren bei großen Rennen häufig im Spitzenfeld vertreten.

Seit 2003 gehört Diamant zum familiengeführten Fahrradhersteller „Trek Bicycle“ aus den USA. Heute beschäftigt die Diamant Fahrradwerke GmbH über 600 Mitarbeiter. Die Rahmen und andere Komponenten entwickelt das Unternehmen selbst, lässt sie von Partnern fertigen und übernimmt die Montage. 

   

Screenshot Online-Shop Bike24 (Dt.)

Quelle: bike24.de

Dresdner Online-Fahrradplattform schreibt den Trend zur „grünen Mobilität“ mit

Von einer kleinen Wohnzimmer-Gründung in Dresden hat sich „Bike24“ binnen weniger Jahre zu einem der führenden Online-Plattformen für Fahrräder und andere Sportartikel in Kontinentaleuropa entwickelt. Inzwischen beschäftigt das Unternehmen bereits rund 450 Beschäftigte und kam 2020 auf rund 200 Millionen Euro Jahresumsatz. 

Andrés Martin-Birner, Falk Herrmann und Lars Witt gründeten Bike24 im Jahr 2002 in einer nur 15 Quadratmeter großen Wohnung in Dresden. Sie fokussierten sich auf hochwertige Produkte rund ums Fahrrad, erweiterten ihr Online-Portal aber auch um Sportartikel für Läufer, Schwimmer, Wanderer und andere Sportenthusiasten. Mittlerweile umfasst das Sortiment über 77.000 Artikel - vom Carbon-Fahrrad und E-Bike über den Triathlonschuh bis hin zur kompletten Klettersteig-Ausrüstung.

Dieses besonders breite und tiefe Sortiment hat dem Unternehmen aus Sachsen eine breite Kundenbasis in Deutschland, Österreich, Spanien und in vielen anderen Ländern gesichert. Dank moderner Lagersysteme, in die Bike24 im Jahr 2017 zehn Millionen Euro investiert hat, kann die Plattform zudem die Wünsche ihrer Kunden besonders rasch und flexibel erfüllen. Mit dem Börsengang hat Bike24 im Jahr 2021 ein neues Kapitel in seiner Unternehmensgeschichte aufgeschlagen. Mit dem erlösten Kapital will das Team unter anderem seine Expansion in Süd- und Westeuropa finanzieren.

   

Black East GmbH, Dresden

Quelle: Black East GmbH, Dresden

High-end-Fahrradteile aus Carbon

Das Unternehmen Black East GmbH aus Dresden entwickelt und fertigt hochwertige Fahrrad-Komponenten aus Carbon, die in der Bike-Szene unter dem Namen "Beast Components" einen legendären Ruf erworben haben. Die Komponenten stehen für höchste Qualität, erstklassige Verarbeitung, Robustheit und Langlebigkeit. Sie suchen auf dem Fahrrad-Markt ihresgleichen. Die Herstellung der Komponenten erfolgt direkt am Standort Dresden, was den Produkten das Prädikat „Handmade in Germany“ verleiht und in der Branche eher zur Seltenheit gehört. Das Portfolio umfasst Lenker, Laufräder, Vorbauten, Sättel, Sattelstützen und Flaschenhalter für Mountainbikes, Gravel- und Straßenräder.

Vor allem die wissenschaftliche Expertise und die fundierten Erfahrungen im Leichtbau machen das 15-köpfige Team so erfolgreich. Die Gründer lernten sich beim Studium am Institut für Leichtbau und Kunststofftechnik (ILK) der TU Dresden kennen. Nach dem Studium arbeiteten sie als eigenständiges Entwicklungsteam am Leichtbau-Zentrum Sachsen (LZS) in Dresden über viele Jahre an Projekten für namhafte Firmen aus Luft- und Raumfahrt, Automobil- und Marineindustrie, bevor sie ihr Wissen in die Wirtschaft transferierten. 

Dieser Hintergrund erklärt warum Beast Components in der Fahrradszene so angesehen ist: Das eigene Know-how, gebündelt mit der Expertise aus dem ILK und dem LZS und zweier Schwesterunternehmen, sorgen bei Black East für eine erhebliche Fertigungstiefe, einen schnellen Prototypenbau und ein weit tieferes Wissen um Werkstoffe und Konstruktionsmöglichkeiten, als es die meisten Wettbewerber haben.

     

Light Wolf Studio, Dresden

Quelle: Light Wolf Studio, Dresden

Individueller Radsatz-Bau der Extra-Klasse

2009 gegründet als kleines Radbau-Projekt für den Eigenbedarf in einer Studenten-WG, hat sich das Light Wolf Studio in der Dresdner Neustadt bis heute zu einem der renommiertesten Konstrukteure für Radsätze in Sachsen entwickelt. Das vierköpfige Team um den Gründer und Geschäftsführer Felix Wolf hat sich darauf spezialisiert, Fahrrad-Radsätze „der handwerklichen Extraklasse“ sowie individuelle Komplett-Bikes nach Kundenwünschen zu bauen. Dabei verfolgt das Studio den Anspruch, jedem Kunden genau den Radsatz „auf den Leib zu schneidern“, den er oder sie braucht – ohne Kompromisse. Das können im konkreten Fall beispielsweise besonders leichte Räder für Bergtouren sein oder besonders robuste und Räder für unwegsame Strecken. 

Die Perfektionisten von Light Wolf setzen dabei auf Qualität und Individualität durch Manufakturarbeit. Kein Komplettrad gleicht dem anderen. Jedes Projekt beginnt mit einem ausgiebigen „Bikefitting“, bei dem die passende Geometrie des gewünschten Rades festgelegt wird. So wird sichergestellt, dass das Endprodukt ergonomisch, technisch und optisch zum Fahrer oder zur Fahrerin passt. Den Aufbau übernehmen erfahrene Mechaniker. 

   

Rotor Bikes GmbH, Leipzig

Quelle: Robert Strehler von WE RIDE LEIPZIG für Rotor Bikes

Für jeden Fahrrad-Freund ein eigenes Unikat

Die Leipziger Manufaktur Rotor Bikes GmbH hat sich auf den Bau individueller und besonders zuverlässiger Fahrräder für den Freizeit-, Alltags- und vor allem Reisegebrauch spezialisiert. Die Kunden wissen die Qualitätsarbeit „Made in Saxony“ zu schätzen: Rotor-Fahrräder haben sich auf Weltreisen bewährt, stecken Schlamm, Schnee und Wasser weg, haben den Polarkreis gemeistert und beide Amerikas durchquert. Mittlerweile sind Fahrräder mit dem Schriftzug „Rotor“ rund um den Globus anzutreffen, weil radelnde Vielreisende ganz besonders auf die Marke aus Leipzig schwören. Nicht zuletzt liegt das in der hauseigenen, sächsischen Stahlrahmenproduktion und dem ebenso hauseigenen Radsatzbau begründet.

Ein Versprechen, das bei Rotor groß geschrieben wird: „WIR BAUEN NICHT IRGENDEIN RAD, SONDERN GENAU DEIN RAD!“ Genau deshalb kommen die echten Radliebhaber in die Manufaktur zur Beratung, um gemeinsam das richtige Fahrrad für ihren geplanten Einsatzzweck zu konzipieren. Rotor Bikes geht auf eine Handvoll Enthusiasten zurück, die 1996 in Leipzig eine Fahrrad-Werkstatt gründeten, in der sie handgemachte, individuelle Zweiräder bauten. 

    

veloheld GmbH, Dresden

Quelle: veloheld GmbH, Dresden

Zeitloser Stahl für Helden auf zwei Rädern

Schöne, handgemachte Touren-, Stadt- und Sporträder sind ein Markenzeichen der Dresdner veloheld GmbH. Der Fokus des Unternehmens sind zeitlose und langlebige Stahl-Rahmen aus einer Chrom-Molybdän-Legierung, die vor Ort auf Wunsch für den Kunden aufgebaut werden.

Am Anfang der Unternehmung standen drei Industriedesign-Studenten mit einer Vorliebe für eine besonders umwelt-freundliche Art der Fortbewegung. Sie gründeten 2007 „veloheld“. Mehr als 1000 Fahrräder verlassen die veloheld-Manufaktur pro Jahr - keine Massenproduktion eben. Dabei konzentriert sich das elfköpfige Team im Dresdner Norden auf die Entwürfe, die Endmontage und den Vertrieb. Die Rahmen liefern erfahrene Unternehmen aus Taiwan beziehungsweise China zu. Jedoch plant das Unternehmen, seine Rahmen in Zukunft teilweise vor Ort zu fertigen. Die finale Pulverbeschichtung der Rahmen übernimmt bereits ein regionaler Partner. Die Velohelden sehen diese Balance als Teil ihres Konzeptes: globale Lieferketten dort, wo es die Qualitätsansprüche gebieten, nachhaltige regionale Wertschöpfung da, wo es sinnvoll und möglich ist.

    

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Dr. André Günther
Strategie, Branchen, Marketing
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